Stau, Wasserrohrgebrechen, schadhaftes Fahrzeug: Die Gründe, warum es bei den Öffis zu Verspätungen kommen kann, sind vielfältig. Auf der Störungsseite der Wiener Linien und der WienMobil App kann man mittlerweile in Echtzeit abrufen, wann welche Linie warum gerade gestört und daher mit längeren Wartezeiten zu rechnen ist.
Am 4. Jänner kam jetzt ein neuer Verspätungs-Grund dazu: die "angespannte Personalsituation".
"Wir haben Anfang Jänner eine Systemänderung durchgeführt, die uns eine noch präzisere Kategorisierung von Verspätungen ermöglicht. Seit 4. Jänner wird bei Verspätungen aufgrund von Personalmangel dies auch explizit bei den Betriebsinformationen auf der Website und in der WienMobil App angeführt. Damit kommen wir auch unserem Transparenzversprechen nach", heißt es von den Wiener Linien gegenüber "Heute".
Wie "Heute" berichtete, haben die Wiener Linien derzeit mit massiven Personalsorgen zu kämpfen. Eine Pensionierungswelle in Kombination mit Corona, Grippewelle und nicht zuletzt immer größer werdende Unzufriedenheit der Mitarbeiter vor allem im Fahrbetrieb lassen die Personaldecke schmelzen. Das führte zu Verspätungen bei Bus und Bim, zum Teil mussten Öffi-Nutzer bis zu 30 Minuten oder mehr warten.
Nachdem die Kritik immer lauter wurde, entschieden sich die Wiener Linien – auch auf Druck des zuständigen Stadtrats Peter Hanke (SPÖ) –, in die Offensive zu gehen. Auf 19 Bim- und 16 Bus-Linien wurden die Intervalle verlängert, um den Betrieb gewährleisten zu können. Wiener Linien Geschäftsführerin Alexandra Reinagl präsentierte darüber hinaus Anfang Jänner ein Fünf-Punkte-Programm, wie die Öffis für Nutzer und Mitarbeiter wieder attraktiver werden sollen.