Der Ukraine-Krieg sorgt auch bei den Kunden der Linz AG in Oberösterreich für ein Umdenken. Immer mehr wollen von Gas auf erneuerbare Energien umsteigen, so Linz-AG-Chef Erich Haider. Gleichzeitig gibt es einen wahren Boom an Anträgen für Photovoltaikanlagen.
Um die Abhängigkeit von Gas zu reduzieren, zieht die Linz AG jetzt ein wahres Mammut-Projekt um ein paar Jahre vor. Eigentlich sollte die geplante größte Wärmepumpte des Landes in 5 Jahren realisiert werden, jetzt hat man den Startschuss für das Projekt vorverlegt. Auch Klimaschutzgründe spielten da mit.
Mit der Errichtung eines "Wärme-Wandlers" im Kraftwerkspark Linz-Mitte setzt die Linz AG noch in diesem Jahr den ersten Schritt beim Ausbau ihres Erneuerbaren-Anteils in der Wärmeerzeugung.
Die Technologie des „Wärme-Wandlers“ im Überblick
Die Basis: Im Biomasseheiz- und im Reststoffheizkraftwerk (BIOMHKW und RHKW) der LINZ AG wird mit Biomasse bzw. mit aufbereiteten Abfällen + Klärschlamm Strom erzeugt. Die dabei entstehende Abwärme wird als umweltfreundliche Fernwärme genutzt. Gleichzeitig fällt im Erzeugungsprozess neben der Abwärme auch ein Teil Abgas an, der derzeit nach einem Reinigungsprozess über den Kamin entlassen wird. Der hohe, wärmeenergiereiche Wasserdampf-Anteil dieses Abgases (= Restabwärme) kann künftig nochmals für eine zusätzliche Fernwärmeerzeugung genutzt werden. Neu: Auch aus der Restabwärme des Erzeugungsprozesses wird Fernwärme Mit Kondensations- und Wärmepumpentechnologie wird die Restabwärme im Abgas in hochwertige Wärme gewandelt: Der neue „Wärme-Wandler“ schöpft das restliche noch in der umweltfreundlichen Erzeugung schlummernde Abwärme-Potenzial voll aus und wandelt die Restabwärme aus dem Wasserdampf im Abgas in hochwertige Fernwärme um. (Quelle: Linz AG)
Die Fernwärme-Erzeugung durch den neuen Wärme-Wandler soll künftig um 10 Prozent erhöht werden.
In der Fernwärme-Erzeugung soll dann in den nächsten Schritten der Anteil der Erneuerbaren bis 2030 auf 60 Prozent und bis 2035 auf 80 Prozent erhöht werden.
"Ob Photovoltaik, ob Nutzung biogener Abfälle, ob Reduktion der Gasabhängigkeit, ob Ausbau der Netze – die städtische LINZ AG setzt die entscheidenden Akzente in der Umsetzung der städtischen Klimastrategie. Der heute präsentierte Plan zeigt die konkreten Schritte auf, um eine etappenweise Dekarbonisierung zu meistern", so Bürgermeister Klaus Luger bei der Vorstellung der Pläne am Donnerstag in Linz.
"Die bestmögliche Erfüllung unseres Versorgungsauftrags geht einher mit Problem-Lösungen, die unsere Umwelt und damit den Lebensraum für die nachfolgenden Generationen schützen", so Erich Haider.
"Die Fernwärme ist eine Schlüsseltechnologie der Energiewende und das nicht erst seit heute", betonte Energievorstand Josef Siligan.