Lebten wie Könige

"Heute" zu Besuch in der Zentrale des Schamanen-Clans

Wie Könige lebte eine Großfamilie in Maria-Enzersdorf, die Millionen erbeutet haben soll – beim Lokalaugenschein kommt Unglaubliches ans Licht.
Christian Tomsits
27.02.2025, 05:30

Quasi im Schatten der legendären Burg Liechtenstein auf einer malerischen Anhöhe in den Weinbergen Maria Enzersdorfs (NÖ) ließ der Ex-Mann (47) der flüchtigen Schamanin "Amela" vor etwa drei Jahren einen Betonkoloss auf die Überreste einer alten Villa erbauen.

Tonnenweise Marmor wurden angekarrt und der komplette Innenbereich des mehrstöckigen Anwesens wurde mit dem kostbaren Material verkleidet. Der etwas eigenwillige "Versace"-Stil von Mariana M. (44) und ihren Verwandten sorgte in der Nachbarschaft für Gerede. Dass der Pool im Zuge des Umbaus zubetoniert wurde, verursachte Stirnrunzeln – nachdem allerdings in diesem Geheimversteck 65 Kilo Feinsilber und 60.000 Euro in Bar gefunden wurden, weiß man jetzt, wieso es zu dieser ungewöhnlichen Baumaßnahme gekommen war.

Über die rund 15-köpfige Großfamilie, die mit sogenanntem Okkult-Betrug rund zehn Millionen Euro von einer vermuteten Vielzahl an Opfern erbeutet haben soll, gab es in der Umgebung vor der Razzia nichts Negatives zu berichten. Auffällig: Offenbar nutzten die Frauen der Familie keine Handys, die Nachbarschaft musste etwa beim Rufen von Taxis behilflich sein. Auch die Eingangstüre wurde nur nach lautem Rufen geöffnet. "Das waren allesamt nette Leute. Sie haben oft Feste gefeiert und draußen gegrillt, waren aber ansonsten unauffällig und grüßten freundlich", heißt es.

In den großzügigen Garagen der Villa (ebenfalls marmoriert) standen wechselweise sündteure Oldtimer (Ferrari, Mercedes) oder die Jaguars, Range Rovers und BMWs der Söhne. Die Enkel besuchten eine Privatschule im Ort und der Clan soll neben mehreren Firmen auch ein Hotel in Atzgersdorf (NÖ) betrieben haben. Von weiteren Besitztümern in München, Paris und Co. ist die Rede. Beim Lokalaugenschein kommt jedoch ans Licht: Nicht nur der große Reichtum ungeklärter Herkunft kam einigen im Nobelviertel verdächtig vor. Die "Schamanin" lebte entgegen der Aussagen der Familie "definitiv bis Dezember" noch vor Ort. Mehr noch: Mariana M. soll auch Anrainern ihre "Dienste" angeboten haben und sie über Aura und Co. versucht haben, in Gespräche zu verwickeln.

Neben F. (29), dem Sohn der Schamanin, sitzt nun auch der Ex-Mann in Haft. Brisant: Er soll kurz nach der zweiten Razzia beim Versuch erwischt worden sein, Millionenbeträge "reinzuwaschen". Auch seine zwei in Freiheit verbliebenen Söhne und deren Familien müssen zittern – die WKStA ermittelt wegen krimineller Vereinigung. Bis auf die gehbehinderte Großmutter dürften sie allesamt die Flucht ergriffen haben – möglicherweise mit noch nicht entdeckten Schätzen: Denn laut "Heute"-Infos soll sich nicht nur in einer Liegenschaft des Clans ein millionenschwerer Tresor befunden haben. Die Unschuldsvermutung gilt.

{title && {title} } ct, {title && {title} } Akt. 27.02.2025, 14:05, 27.02.2025, 05:30
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