Ex-Olympiasiegerin

"Hälfte des Feldes sollte disqualifiziert werden"

Ex-Olympiasiegern Maren Lundby prangert im Vorfeld der Nordischen Ski-WM die Tendenz zum Untergewicht bei Skispringerinnen an.
Sport Heute
22.02.2025, 20:05

Ab nächster Woche, vom 26. Februar bis zum 9. März, findet die Nordische Ski-WM in Trondheim statt. Im Vorfeld des Großereignisses sorgt eine Aussage der ehemaligen Skisprung-Olympiasiegerin Maren Lundby für Aufregung.

In einem Kommentar auf der Webseite des Norwegischen öffentlichen-rechtlichen Rundfunks NRK prangert Lundby das Thema Untergewicht im Frauen-Skisprung an und kritisiert sämtliche Verantwortliche: "Es mag drastisch klingen, aber aktuell ist das Skispringen tatsächlich so krank, dass die Hälfte des Feldes disqualifiziert werden sollte", schrieb die 30-Jährige.

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Die Norwegerin kritisierte den Umgang mit dem Body-Mass-Index (BMI). Derzeit gilt für Skispringerinnen eine Untergrenze von 21, um eine vom Reglement erlaubte Skilänge nutzen zu können. Allerdings, so die Norwegerin, würden beispielsweise rund die Hälfte der Top Ten im Weltcup Schlupflöcher im Reglement finden, die der Weltverband schließen müsse.

Kürzere Ski sollen Schlupfloch ermöglichen

Laut Lundby würden viele der weltbesten Skispringerinnen "ihre Kilos gegen kürzere Skier" eintauschen. Denn jedes zusätzliche Kilo würde die Flugleistung verschlechtern. Für viele Athletinnen sei es daher am wichtigsten möglichst wenige Kilos auf den Rippen zu haben. Grundsätzlich gilt: je schwerer eine Springerin ist, desto länger darf der Ski sein.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Maren Lundby kritisch über andere Athleten äußert. Bei der Vierschanzentournee prangerte sie die Anzüge der so erfolgreichen Österreicher an, was bei vielen Athleten für Kopfschütteln sorgte.

Lundby musste 2023 mit nur 29 Jahren wegen der Folge radikaler Diätmethoden zurücktreten. Aus dieser Perspektive sieht es auch Bernhard Metzler, Cheftrainer der österreichischen Skisprung-Frauen gegenüber der Tiroler Tageszeitung: "Sie argumentiert wohl aus ihrer eigenen Perspektive heraus." Dennoch wolle er das Thema Untergewicht nicht verharmlosen und im Auge behalten. Derzeit sehe er aber kein Problem.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 26.02.2025, 11:28, 22.02.2025, 20:05
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