Maul- und Klauenseuche

Gefährliches Virus! Darauf sollten Landwirte achten

Seit Anfang März breitet sich die Maul- und Klauenseuche in Ungarn aus. Die Landwirtschaftskammer erklärt, worauf Viehhalter jetzt achten sollten.
Sarah Marie Piskur
30.03.2025, 21:07

Die österreichischen Behörden sind in Alarmbereitschaft, seit letzten Mittwoch steht das Bundesheer im Assistenzeinsatz in der Slowakei. Ziel des Einsatzes: Die weitere Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche (MKS) verhindern – "Heute" berichtete.

Alleine in Niederösterreich birgt das Virus große Gefahren für über 1,1 Millionen Nutztiere. Erkranken können neben Rindern und Schweinen, auch Ziegen, Schafe, Büffel oder Wildtiere wie Rehe und Hirsche.

Das Maul-und-Klauenseuche-Virus ruft bei infizierten Tieren verschiedenste Symptome hervor. Je nach Tierart ist die hoch ansteckende Erkrankung insbesondere für Jungtiere gefährlich. Bei Kälbern etwa kann die Sterblichkeitsrate bis zu 75 Prozent betragen.

In seltenen Fällen können sich auch Menschen mit dem Virus infizieren. In der Regel führt dies aber nicht zu einer Erkrankung.

Hygiene als oberstes Gebot

Um eine Einschleppung in den Betrieb zu verhindern, sollten Landwirte laut der Landwirtschaftskammer auf verschiedene Punkte achten. Die Einrichtung einer Hygieneschleuse mit Waschmöglichkeiten (Seife, Desinfektionsmittel) vermindert etwa das Risiko einer Einschleppung.

Zudem sollte der Zutritt betriebsfremder Personen unterbunden oder nur mit betriebseigener Schutzkleidung zugelassen werden. Auch für Tierärzte sollte eigene Kleidung angeschafft werden, die nur auf dem jeweiligen Betrieb genutzt wird. Das betrifft etwa Stiefel oder (Einweg-)Kleidung.

Für zugekaufte Tiere sollten strenge Quarantänemaßnahmen eingehalten werden. Mindestens vier bis sechs Wochen werden von der Landwirtschaftskammer empfohlen.

Tiere sollten außerdem nur von bekannten Beständen mit gesichertem Gesundheitsstatus zugekauft werden.

Virus überlebt Wochenlang

Von der Einfuhr von Feldfutter und Einstreumaterial rät die Landwirtschaftskammer dringend ab. Mist oder Gülle aus der Slowakei und Ungarn unterliegen derzeit einem Einfuhrverbot.

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Problematisch sei vor allem, dass der hochansteckende Erreger bis zu 15 Wochen in Futter und Abwasser überleben kann. In Tiefkühlfleisch sogar mehrere Jahre.

Auch die Übertragung durch die Luft berge ein hohes Risiko. Der Wind kann das Virus mehrere Kilometer weit verbreiten. Aus Sicherheitsgründen müssen deshalb alle Klauentiere (Paarhufer) in einem MKS-Positiv-Betrieb gekeult werden.

Symptome erkennen

Neben den verschiedenen Hygienemaßnahmen sei es auch besonders wichtig, wachsam zu sein und auf das Verhalten der Tiere zu achten. Die Inkubationszeit beträgt meist zwischen sieben und 14 Tagen.

Bei Verdacht einer Infektion mit der hochansteckenden Krankheit muss ein Tierarzt hinzugezogen werden, der eine entsprechende Probenabnahme durchführt.

Die Symptome der Maul- und Klauenseuche: neben der klassischen Blasenbildung im Maulbereich, am Euter und an den Klauen, treten Bewegungsunlust, trippeln und langsames Aufstehen auf.

Erkrankte Tiere können zudem speicheln und zeigen eine verminderte Fresslust, bekommen Fieber (40 bis 42 Grad). Bei Milchkühen kann ein Rückgang der Milchleistung beobachtet werden. Bei Kälbern tritt eine hohe Sterblichkeitsrate von bis zu 75 Prozent auf.

Bei Schweinen sind zudem die Veränderungen im Klauen- und Extremitätenbereich sehr stark. Auch Ausschuhen ist bei Schweinen möglich.

Ministerium gab vorsichtige Entwarnung

Am Sonntagnachmittag konnte für Österreich zwar eine vorsichtige Entwarnung gegeben werden, die Überwachungszonen werden aber noch mehrere Tage aufrecht bleiben. Über 1.000 Proben wurden vorsorglich im Burgenland und in Niederösterreich genommen. Diese sollen laut dem "ORF Niederösterreich" alle negativ gewesen sein.

Die weiteren Schritte würden nun davon abhängen, wie sich die Lage in Ungarn und der Slowakei weiter entwickle. Vor dem Wochenende seien jedoch keine neuen Fälle mehr gemeldet worden.

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