Nach schweren Anschuldigungen musste der erfolgreiche Fußballtrainer (40) gestern am Wiener Landesgericht auf die Strafbank. Über Jahre hinweg soll der 40-Jährige zumindest sieben Nachwuchsspielerinnen unsittlich berührt haben. Mit einer U16-Fußballerin hätte der Mann sogar Sex gehabt – was er bestreitet. "Egal wie das hier ausgeht, seine Karriere ist schon vorbei", schoss sein Verteidiger auch gegen Medien, die über den Fall berichteten.
Schon damals hieß es wie in der Anklage, dass Po-Grapscher und Massagen im Intimbereich vor Einwechslungen oder im Training gängige Praxis gewesen sei. "Er wollte ein guter Coach sein, ging All-In", meinte der Jurist, gab Schläge aufs Gesäß zu. "Fußball ist ein Kontaktsport – alles passierte ohne Lustgewinn", meinte er. Die Massagen hätten allein der Muskelentspannung gedient und wären nur erfolgt, weil damals noch kein Physio zur Verfügung stand.
"Schlüpfrige" Chat-Nachrichten zeigen jedoch, dass sein Mandant die Mädchen nicht nur nach sportlichen Kriterien bewertete: "Hat eine Top-Figur" schrieb der Angeklagte über eine Minderjährige. "Im Scherz" will er auch geschrieben haben. "Ich sch**ß’ ich auf Achtzehn. Bissi Gefängnis schadet nicht."
Weitere Ansprechpartner:
Frauenhelpline: 0800 222 555
Wiener Interventionsstelle/Gewaltschutzzentrum: 0800 700 217
Opfer-Notruf: 0800 112 112
Notruf des Vereins der Wiener Frauenhäuser: 05 77 2
Tatsächlich drohen dem Mann, für den die Unschuldsvermutung gilt, nun drei Jahre Haft. Der als sehr strenger Chef-Coach gefürchtete Wiener witterte hinter den Vorwürfe übrigens eine Racheaktion der Mädchen, die er zuvor aussortiert hatte. Der Prozess wurde auf 29. Juni vertagt – dann sollen die mutmaßlichen Opfer nacheinander zu Wort kommen.