Wien

7 junge Kickerinnen werfen ihrem Trainer Missbrauch vor

Mindestens 7 Spielerinnen aus dem Nachwuchs eines Wiener Traditionsvereins erhoben Missbrauchsvorwürfe gegen ihren Ex-Coach – der kam nun vor Gericht.
Christian Tomsits
04.05.2023, 15:19
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Nach schweren Anschuldigungen musste der erfolgreiche Fußballtrainer (40) gestern am Wiener Landesgericht auf die Strafbank. Über Jahre hinweg soll der 40-Jährige zumindest sieben Nachwuchsspielerinnen unsittlich berührt haben. Mit einer U16-Fußballerin hätte der Mann sogar Sex gehabt – was er bestreitet. "Egal wie das hier ausgeht, seine Karriere ist schon vorbei", schoss sein Verteidiger auch gegen Medien, die über den Fall berichteten. 

Po-Grapscher und Intim-Massagen

Schon damals hieß es wie in der Anklage, dass Po-Grapscher und Massagen im Intimbereich vor Einwechslungen oder im Training gängige Praxis gewesen sei. "Er wollte ein guter Coach sein, ging All-In", meinte der Jurist, gab Schläge aufs Gesäß zu. "Fußball ist ein Kontaktsport – alles passierte ohne Lustgewinn", meinte er. Die Massagen hätten allein der Muskelentspannung gedient und wären nur erfolgt, weil damals noch kein Physio zur Verfügung stand.

"Bissi Gefängnis schadet nicht" – Chat irritiert

"Schlüpfrige" Chat-Nachrichten zeigen jedoch, dass sein Mandant die Mädchen nicht nur nach sportlichen Kriterien bewertete: "Hat eine Top-Figur" schrieb der Angeklagte über eine Minderjährige. "Im Scherz" will er auch geschrieben haben. "Ich sch**ß’ ich auf Achtzehn. Bissi Gefängnis schadet nicht." 

Weitere Ansprechpartner:

Frauenhelpline: 0800 222 555

Wiener Interventionsstelle/Gewaltschutzzentrum: 0800 700 217

Opfer-Notruf: 0800 112 112

Notruf des Vereins der Wiener Frauenhäuser: 05 77 2

Trainer vermutet Racheaktion von Spielerinnen

Tatsächlich drohen dem Mann, für den die Unschuldsvermutung gilt, nun drei Jahre Haft. Der als sehr strenger Chef-Coach gefürchtete Wiener witterte hinter den Vorwürfe übrigens eine Racheaktion der Mädchen, die er zuvor aussortiert hatte. Der Prozess wurde auf 29. Juni vertagt – dann sollen die mutmaßlichen Opfer nacheinander zu Wort kommen.

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