"Woke"-Sager sorgt für Skandal

Briten-Ministerin: "Man kann sich auch als Lama fühlen"

Riesen-Drama um einen "Lama"-Sager im britischen Unterhaus: Der neuen Gesundheitsministerin wurden frühere "Woke"-Ansagen zum Verhängnis.
Nick Wolfinger
11.02.2025, 23:00

Nachdem ihr Vorgänger Andrew Gwynne (50) über rassistische Chat-Nachrichten "gestolpert" war und zurücktreten musste, hat am Montag Ashley Dalton (52) seine Nachfolge als Gesundheitsministerin in der britischen Labour-Regierung von Premierminister Keir Starmer (62) angetreten.

Die linke Politikerin (Labour) war ein gefundenes Fressen für die konservative Opposition. So habe Dalton etwa vor über acht Jahren (2016) gesagt, dass sie nicht an geschlechterdifferenzierte Toiletten "glaube" und dass man sich auch mit einem Penis als Frau fühlen könnte.

Lamas "mit Würde und Respekt" behandeln

Das sorgt in der heutigen Zeit, in der ein US-Präsident mit einer Reihe von Dekreten der "Woke"-Bewegung den Garaus zu machen versucht und Trans-Sportlerinnen von (biologischen) Frauen als unfaire Konkurrenz betrachtet werden, für noch mehr Aufsehen als noch vor ein paar Jahren.

Auf die wohl provokant gemeinte Frage, ob sich Menschen denn auch als Lamas identifizieren könnten, soll sie unbeeindruckt geantwortet haben: "Ja", und dass man sie "mit Würde und Respekt behandeln" sollte, wie mehrere britische Zeitungen einhellig berichteten. Das sorgte nicht nur für Kritik, sondern auch für jede Menge Spott.

Tories: "Bezug zur einfachen Bevölkerung verloren"

"Labour versucht mit dieser Neubesetzung vielleicht, die britische Öffentlichkeit zu täuschen, aber wie die meisten ihrer Entscheidungen widerspricht sie jedem gesunden Menschenverstand und zeigt, wie hoffnungslos sie den Bezug zur einfachen Bevölkerung und ihrem Leben verloren haben", kritisierte Mims Davies (50), Zuständige für Frauenfragen bei den Konservativen. Die sozialdemokratische Labour-Partei hält in Großbritannien weiterhin daran fest, Transpersonen die Änderung ihres rechtlichen Geschlechtes zu erleichtern.

NGO: "Wie steht sie heute dazu?"

Helen Joyce von der britischen NGO Sex Matters versucht, zu differenzieren: "Diese Kommentare wurden auf dem Höhepunkt des Gender-Identitäts-Wahnsinns gemacht. Was zählt, ist, ob Ashley Dalton jetzt erkennt, dass sie absurd waren. Wir hoffen, dass sie schleunigst klarstellt, dass Männer in Frauenräumen nichts zu suchen haben – wie es auch die Linie ihrer Partei ist", so Joyce. Und fügt hinzu: "Es wäre auch schön, wenn sie klarstellt, dass sich niemand mit einer Person abgeben muss, die sich für ein Lama hält."

Reform UK: "Fall für die Zwangsjacke"

Etwas undiplomatischer drückte sich hingegen der Rechtspopulist Lee Anderson von Nigel Farages Reform-UK-Bewegung aus, der sinngemäß sagte, Menschen, die sich für ein Lama halten, seien ein Fall für die Irrenanstalt. "Ich möchte wissen", so Anderson bei einer Debatte im britischen Unterhaus, "ob ein Familienmitglied, das sich als Lama fühlt und in der Nacht krank wird, zu einem Arzt oder Tierarzt geschickt wird oder in eine Zwangsjacke gesteckt wird".

{title && {title} } NW, {title && {title} } 11.02.2025, 23:00
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