Bayerns Ministerpräsident Markus Söder übt scharfe Kritik an den Öffnungsschritten in Österreich und droht als Reaktion sogar Grenzschließungen an. Für Söder sei es "diskussionswürdig, dass Österreich in dieser unsicheren Situation weitgehende Öffnungen erlaubt, obwohl die Inzidenz dort deutlich höher als in Bayern ist", wird der Ministerpräsident in der Dienstag-Ausgabe des "Münchner Merkur" zitiert.
Die österreichischen Öffnungsschitte könnten laut Söder ein "Stop and Go", also einen Wechsel zwischen Lockerungen und erneuten Schließungen auslösen: Das "wäre genau das, was wir alle nicht wollen." In einer ersten Reaktion kündigte Söder massiv verschärfte Grenzkontrollen an und forderte, dass touristischer oder Einkaufs-Grenzverkehr komplett ausblieben müsse. Mit Grenzkontrollen und Schleierfahndung solle auch verstärkt kontrolliert werden.
Söder schließt aber auch eine komplette Grenzschließung nicht aus: "Sollte die Gefahr wachsen, dürfen auch Grenzschließungen zu Tirol kein Tabu sein." Österreich hatte erst kürzlich schärfe Grenzmaßnahmen verhängt. Mitte der Woche treten auch die neuen Einreise-Regeln in Kraft, bei der eine elektronische Registrierung mittels Pre-Travel-Clearance sowie eine verpflichtende zehntägige Quarantäne mit der Option des "Freitestens" nach fünf Tagen erforderlich sind.