Grand-Slam-Titel weit weg

Zverev nach Paris-Aus: "Keinen Bock auf Tennis"

Alexander Zverev verlor im Viertelfinale in Paris gegen Novak Djokovic mit 6:4, 3:6, 2:6 und 4:6 klar. Beim Deutschen sitzt der Frust tief.
Sport Heute
05.06.2025, 11:50
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"Ich gehe jetzt Golf spielen, ich habe sowas von keinen Bock auf Tennis gerade", erklärte ein niedergeschlagener Zverev nach seinem Viertelfinal-Aus bei den French Open gegen Djokovic. Der 28-Jährige muss somit weiterhin seinem ersten Grand-Slam-Titel hinterherjagen, dementsprechend tief saß bei ihm auch der Frust. Gegen den 24-fachen Grand-Slam-Champion hatte der Deutsche am Papier eigentlich keine schlechten Karten.

Denn der Serbe startete äußerst holprig ins Jahr, kassierte einige Erstrunden-Niederlagen, trennte sich zuletzt von Coach und Freund Andy Murray und fand erst eine Woche vor dem Grand Slam wieder zu seiner Form. Dennoch war der deutsche Tennis-Star klar unterlegen. Die große Frage: Klappt es für Zverev noch mit einem Grand Slam?

Becker zweifelt an Zverev

Zverev befindet sich noch im besten Tennis-Alter und hat vermutlich noch einige Chancen, sich zum Grand-Slam-Champion zu küren. Allerdings wird es in Zukunft sicher nicht einfacher, wie auch die deutsche Tennis-Ikone Boris Becker betont: "Der Traum vom Grand-Slam-Titel ist nicht ausgeträumt, aber mit jeder vertanen Chance wird es schwieriger."

Der 57-Jährige erklärte: "Die Konkurrenz ist nicht die Generation von Djokovic, sondern jene um Alcaraz und Sinner. Die sind fünf, sechs Jahre jünger - und dann kommt die nächste Generation um Fonseca und Fils. Umso früher es für Zverev mit dem Grand-Slam-Titel klappt, umso besser wäre es." Aber: Dass man auch noch im hohen Tennis-Alter erfolgreich sein kann, zeigte ihm sein 38-jähriger Kontrahent Djokovic. Dieser gewann zuletzt beim Sandplatzturnier in Genf seinen 100. Titel auf der Tour.

"Noch nicht auf diesem Level gesehen"

Nach seinem Aus überwog bei Zverev neben der Enttäuschung auch die Bewunderung für seinen Bezwinger Djokovic. Auch mit 38 Jahren solle man den serbischen Grand-Slam-Rekordsieger nicht abschreiben. "Er ist im Moment ein bisschen unterbewertet, viele schreiben ihn ab. Aber er schlägt immer noch die Besten der Welt", sagte Zverev am späten Mittwochabend in Paris und fügte hinzu: "Ich habe schon erwartet, dass er über drei Stunden auf diesem Niveau spielen kann. Aber ich habe ihn dieses Jahr noch nicht auf diesem Level agieren sehen."

Im Halbfinale am Freitag trifft Djokovic im Giganten-Duell auf den Weltranglisten-Ersten Jannik Sinner. Der Italiener befindet sich nach seiner abgesessenen Doping-Sperre in Überform, ist momentan kaum zu schlagen. Mit Blick auf die Begegnung meinte der Serbe: "Ich hoffe, dass ich mit ihm mithalten kann. Es wird härter werden. Ich muss mir mit meinem Team einen guten Plan erarbeiten."

Aber: Pariser Sand liegt dem "Djoker". In der französischen Hauptstadt kassierte der Rekord-Grand-Slam-Champion zuletzt vor drei Jahren eine Niederlage. Die war 2022 gegen Rafael Nadal. 2023 holte er den Titel, im Jahr darauf trat er verletzungsbedingt im Viertelfinale nicht an. Vergangenen Sommer holte er Olympia-Gold und steht nun bei 24 Siegen in Serie.

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