Tierisch grausam

Zum Plärren! Wird für Kampfbär "Rocky" jetzt alles gut?

Die Bilder des Kampfbären "Rocky" sind kaum zu ertragen. Er musste angebunden und zahnlos gegen dressierte Hunde kämpfen.
04.03.2025, 11:24
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Nach manchen Geschichten fällt es einem wirklich nicht leicht, die "Philanthropie" noch zu verinnerlichen, denn im Tierschutz sieht man sich sehr oft mit den tiefsten, seelischen Abgründen der Menschheit konfrontiert. Der Fall "Rocky" geht einem unter die Haut, denn auf den armen Bären wurden jahrelang und zu illegalen Unterhaltungszwecken in Pakistan zahllose Kampfhunde gehetzt. Blutende Wunden, kaum noch Zähne und ein Blick, der traurig-fragend ins Nichts starrt …

"Rocky" wider Willen

Tierschutzorganisation Vier Pfoten schickte vor wenigen Tagen ein Nothilfe-Team nach Pakistan, um einen männlichen Bären zu retten. "Rocky" wurde als Übungsobjekt für Kampfhunde missbraucht, ständig gebissen und attackiert, bis ihn die pakistanischen Behörden endlich beschlagnahmten. Der Bär hat Wunden im Gesicht und am Rücken und fast alle seine Zähne wurden herausgerissen. "Rocky" ist sieben Jahre alt und musste laut örtlicher Angaben bisher 35 Kämpfe überstehen.

Nachdem das Islamabad Wildlife Management Board (IWMB) und das Punjab Wildlife Department sich an Vier Pfoten wandte, leistete das Tierschutzteam sofortige tierärztliche Hilfe und half auch beim Transfer des Bären.

Bär "Rocky" ist ein einziger Schmerz.
©Vier Pfoten
„Wir fanden den Bären in einem besorgniserregenden Zustand vor, mit blutenden Verletzungen an Augen, Nase, Ohren und Rücken. Die Misshandlungen, die er ertragen musste, haben körperliche und seelische Wunden hinterlassen. Er steht unter Schock und zittert ständig“
Dr. Amir KhalilVier Pfoten, Tierarzt

Die grausame Praxis der "Kampfbären VS. Kampfhunde" ist zwar schon längst illegal, wird aber nach wie vor in dunklen Kellern oder abgeschiedenen Gärten zur Unterhaltung praktiziert. Vier Pfoten wird also alles dafür tun, um die pakistanische Regierung dabei zu unterstützen, die schreckliche Haltung von Tanz- und Kampfbären zu beenden.

"Wir haben sofort Maßnahmen ergriffen, um seine Schmerzen zu lindern und seine Verletzungen zu behandeln, und IWMB dabei unterstützt, ihn in ein artgemäßes Zuhause zu bringen, wo er zur Ruhe kommen kann. 'Rocky' ist ein Symbol der Hoffnung für all die anderen Bären, die immer noch für Unterhaltungszwecke leiden müssen. Wir sind heute einen Schritt näher dran, diese absurde Misshandlung und das Leiden endlich zu beenden", sagt der Vereinstierarzt.

Keine Zähne

Für die Kämpfe waren "Rocky" alle Zähne herausgerissen worden. Um seine Genesung zu unterstützen wird daher neben einem postoperativen Behandlungsplan auch ein spezieller Ernährungsplan entwickelt, da er aufgrund fehlender Zähne nicht kauen kann. Die Tierschutz-Experten behandelten seine Wunden und entfernten dabei seinen Nasenring sowie die Kette um seinen Hals, die so eng war, dass sie bereits seine Haut verletzt hatte.

„Wir haben jahrzehntelange Erfahrung bei der Rettung und dem Schutz von Bären, die weltweit für menschliche Unterhaltung herhalten müssen. Auch hier haben wir aus erster Hand gesehen, welch unermessliches Leid sie ertragen müssen“
Josef PfabiganVorstandsvorsitzender und Präsident, Vier Pfoten

Das Leben eines "Kampfbären" oder "Tanzbären":

Die Bärenhetze ist nach wie vor eine erschreckende Realität, bei der Bären zu Unterhaltungszwecken grausame Kämpfe gegen abgerichtete Hunde austragen müssen. Diese illegale Praxis sorgt bei den Bären für schwere physische und psychische Traumata, zum Beispiel abgebrochene Zähne, durchbohrte Schnauzen und entfernte Krallen.

Tanzbären sind in Gefangenschaft gehaltene oder gezüchtete Bären, die zu Unterhaltungszwecken Kunststücke vorführen müssen. Zu den Trainingsmethoden gehören schmerzhafte Maßnahmen, wie heiße Metallplatten und Metallringe, die durch die empfindlichen Nasen und Kiefer gezogen werden, um die Bären besser zu kontrollieren.

Die genaue Zahl der illegal gehaltenen Bären ist nicht bekannt, aber die Schätzungen reichen von Dutzenden bis zu über hundert. Diese Bären werden als Jungtiere gefangen und oft aufgrund hohen Alters oder wegen Verletzungen wieder in die freie Wildbahn entlassen – viele verhungern, da sie nie gelernt haben zu jagen oder weil ihre Krallen und Zähne entfernt wurden.

"Vier Pfoten begrüßt den verstärkten Einsatz der pakistanischen Regierung, diese unmenschlichen Praktiken zu beenden. Mit unserer Zusammenarbeit wollen wir nachhaltige, langfristige Lösungen schaffen, die das Wohlergehen dieser Tiere schützen und gleichzeitig die Schaffung einer verbesserten Gesetzgebung unterstützen, um die illegale Ausbeutung von Bären in Pakistan ein für alle Mal zu beenden", erzählt der Präsident.

{title && {title} } red,tine, {title && {title} } Akt. 04.03.2025, 11:34, 04.03.2025, 11:24
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