Für Millionen Smartphone-Nutzer weltweit rückt eine wichtige Änderung näher: WhatsApp beendet im September die Unterstützung für mehrere sehr alte Android-Versionen.
Ab 8. September setzt der Messenger mindestens Android 6.0 (Marshmallow) voraus. Wer noch ein Handy mit Android 5.0 oder Android 5.1 (Lollipop) verwendet und darauf kein neueres System installieren kann, wird WhatsApp künftig nicht mehr wie gewohnt nutzen können.
Betroffen sind damit Geräte, die bereits viele Jahre auf dem Buckel haben. Android 5.0 erschien 2014, Android 5.1 folgte 2015. Das bedeutet: Wer heute noch ein solches Smartphone verwendet, hat sein Gerät über einen ungewöhnlich langen Zeitraum im Einsatz.
Gerade für Menschen, die ihr Handy nicht regelmäßig wechseln möchten oder können, kann das Ende der Unterstützung daher unangenehm werden.
WhatsApp hat damit begonnen, Nutzer betroffener Geräte innerhalb der App auf die bevorstehende Änderung hinzuweisen. Wer beim Öffnen des Messengers einen entsprechenden Hinweis sieht, sollte ihn daher nicht einfach wegwischen. Bis zum Stichtag bleibt noch Zeit, die eigene Situation zu prüfen und wichtige Chats zu sichern.
Entscheidend ist dabei nicht das Alter des Smartphones allein, sondern die darauf installierte Android-Version. Ein älteres Gerät kann also weiterhin mit WhatsApp funktionieren, wenn es mindestens Android 6.0 unterstützt. Umgekehrt kann auch ein äußerlich noch völlig intaktes Smartphone betroffen sein, wenn es bei Android 5.0 oder 5.1 stehen geblieben ist.
Du kannst die installierte Version in den Einstellungen deines Handys überprüfen. Je nach Hersteller findest du die Information etwa unter "Telefoninfo", "Über das Telefon" oder "Softwareinformationen".
Steht dort Android 6.0 oder eine neuere Version, besteht aufgrund dieser Änderung kein Handlungsbedarf. Läuft noch Android 5.0 oder 5.1, solltest du prüfen, ob für dein konkretes Modell ein Update verfügbar ist.
Genau hier liegt für manche Nutzer das Problem: Nicht jedes alte Smartphone lässt sich noch auf eine neuere Android-Version bringen. Wenn der Hersteller kein entsprechendes Update mehr anbietet, lässt sich die Voraussetzung von WhatsApp nicht einfach umgehen. In diesem Fall ist für die weitere Nutzung ein kompatibles Gerät erforderlich.
Der Schritt kommt nicht völlig überraschend. WABetaInfo erklärt die Entscheidung unter anderem mit den technischen Anforderungen neuer Funktionen.
Alte Android-Versionen können bestimmte Voraussetzungen moderner Software nicht mehr erfüllen. Gleichzeitig erhalten Systeme wie Android 5 seit Jahren keine aktuellen Sicherheitsupdates mehr.
Wie groß die betroffene Gruppe weltweit genau ist, lässt sich nicht seriös mit einer einzigen Zahl angeben. Eine aktuelle Auswertung von Tech Advisor kommt allerdings auf eine Größenordnung von rund 3 Millionen Android-Nutzern weltweit, wenn man den damaligen Anteil von Android 5.0 und die globale Android-Nutzerzahl zugrunde legt.
Besonders wichtig ist die Frage, was mit den bisherigen Gesprächen passiert. Wenn du zu den betroffenen Nutzern gehörst, solltest du nicht bis zum letzten Moment warten. WhatsApp weist selbst darauf hin, die Chatverläufe vor dem Ende der Unterstützung zu sichern. Eine Sicherung kann über Google Drive erfolgen; zusätzlich besteht die Möglichkeit eines lokalen Backups auf dem Smartphone.
Das ist vor allem dann wichtig, wenn sich auf dem Gerät jahrelange private Gespräche, Fotos oder andere Erinnerungen befinden. Wer anschließend auf ein kompatibles Smartphone wechselt, kann die gesicherten Chatdaten wiederherstellen, sofern die Voraussetzungen dafür erfüllt sind.
Hinweis für Apple-Nutzer: Auch für iPhones gibt es ein Ablaufdatum. Ab dem 30. November 2026 verlangt WhatsApp mindestens iOS 15.5.