Michael B. (57) ist wild. Richtig wild. Dem Wiener, der mit seiner Frau (47) und drei Kindern (13, 20, 22) in der Sensengasse in Wien-Alsergrund wohnt, wurden seit 2009 bereits neun, mit Schlössern gesicherte Fahrräder – darunter sogar Kinderräder, ein E-Bike sowie mehrere teure Rennräder – gestohlen. "Mein Sohn Paul ist im U23 Nationalteam, seine Räder sind entsprechend teuer", so der 57-Jährige zu "Heute".
Am 1. September war es erneut so weit, diesmal kamen gleich vier Familien-Fahrräder auf einen Streich weg. Es war bereits der vierte Coup von Raddieben bei der Familie B. innerhalb von 15 Jahren.
„Das waren bestimmt Profis. Sie haben ausschließlich die teuren Räder genommen, es gab auch keine Einbruchsspuren“Michael B.Raddieb-Opfer
Doch diesmal war Michael B. vorbereitet: Die von ihm montierte Wildkamera knipste die Langfinger in flagranti. Wie die Aufnahmen zeigen, dürften sie bereits drei Tage vor der Tat da gewesen sein, um den Radraum auszuspähen. "Das waren bestimmt Profis. Sie haben ausschließlich die teuren Räder genommen, es gab auch keine Einbruchsspuren", so der Wiener.
Michael B., beim Anzeigen von Raddiebstählen bereits ein Profi, alarmierte wieder einmal die Polizei und übergab den Kripo-Beamten die Bilder aus seiner Wildkamera. "Die waren ganz perplex wegen der Täterfotos. Das hatten sie noch nie, haben sie mir gesagt", berichtet der wehrhafte Wiener nicht ohne Stolz.
„Die Bilder sind erstaunlich gut und helfen bestimmt bei der Suche nach den Verdächtigen“Markus DittrichSprecher LPD Wien
"Die Bilder sind erstaunlich gut und helfen bestimmt bei der Suche nach den Verdächtigen", bestätigt Polizeisprecher Markus Dittrich gegenüber "Heute". Durch das Bildmaterial ist die Chance, die Langfinger tatsächlich zu finden, stark gestiegen. Die Ermittlungen laufen.