Unter Tränen

Verheirateter Minister gesteht live im TV Affäre

Im Live-TV gab Italiens Kulturminister Gennaro Sangiuliano unter Tränen eine Romanze mit der Influencerin Maria Boccia zu.
20 Minuten
05.09.2024, 18:00

In Italien beherrscht die Geschichte derzeit die Titelseiten und ist das Gesprächsthema: Die frivole Geschichte vom verheirateten Kulturminister Gennaro Sangiuliano und der blonden Influencerin Maria Rosaria Boccia, die offenbar mehr als gute Freunde waren und die möglicherweise von der Liaison profitiert hat. Nun musste sich der 62-jährige Politiker unter Tränen im Fernsehen öffentlich bei seiner Frau entschuldigen. Doch die Sache ist für ihn wohl noch nicht ausgestanden.

Denn offenbar hatte Sangiuliano der gut 20 Jahre jüngeren Boccia versprochen, sie zur Beraterin für Großanlässe zu machen. Doch als die selbsternannte Fashion- und Lifestyle-Unternehmerin dies stolz auf Social Media postete, ließ Sangiuliano dies rasch dementieren. Daraufhin geriet Boccia wiederum in Rage und postete offizielle Dokumente, die die bevorstehende Ernennung beweisen sollten. Sangiuliano musste schließlich einräumen, dass er das mit seiner "Assistentin" besprochen hatte, dann aber von Dritten darauf hingewiesen worden sei, dass die Beförderung wegen möglicher Interessenskonflikte nicht passend sei.

Tränenreiches Geständnis im TV

Schließlich gestand der Minister eine Affäre mit der Frau aus Pompeij, die über einen Doktortitel verfügt. Am Mittwochabend trat er im Fernsehen an die Öffentlichkeit und entschuldigte sich unter Tränen bei seiner Frau, der Rai-Journalistin Federica Corsini. Er hatte sie bei der gemeinsamen Arbeit beim Fernsehen kennengelernt und 2018 geheiratet.

Doch der Fall belastet auch die Regierung von Giorgia Meloni: Im Zuge der Affäre wurde nämlich die Frage laut, ob für die gemeinsamen Auftritte und Reisen von Sangiuliano und Boccia Steuergelder aufgewendet wurden. Der Minister dementierte dies zwar, doch derzeit sind dazu parlamentarische Anfragen hängig.

Das Geständnis im Video:

Kritik am Minister aus der Politik

Boccia soll als Mitarbeiterin von Sangiuliano an der Vorbereitung des bevorstehenden G-7-Kulturgipfels in Boccias Wohnort Pompeji beteiligt gewesen sein und in diesem Rahmen Zugang zu sensiblen Daten gehabt haben. "Ich weiß nicht, ob es ein Problem der nationalen Sicherheit gibt, ganz sicher aber ein Problem des institutionellen Anstands", sagte dazu am Mittwoch Ex-Premier und Italia-Viva-Chef Matteo Renzi.

Ministerpräsidentin Meloni soll Sangiuliano am Dienstag zu einem zweistündigen Treffen zitiert haben, währenddessen der Minister angeblich seiner Chefin gegenüber beteuerte, es sei kein einziger Euro für Boccia geflossen. Sangiuliano habe ihr demnach sogar seinen Rücktritt angeboten.

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