Jetzt steht das Strafmaß für den Doppelmörder mit den auffälligen Tattoos – er hat sich unter anderem mehrere Hakenkreuze tätowieren lassen – fest: Wade Wilson erhält die Todesstrafe. Als Richter Nicholas Thompson am Dienstag das Urteil verkündet, sind von den Zuschauerbänken leise Jubelrufe und Klatschen zu hören, wie die "Bild" berichtet.
Einem Bericht der "New York Post" zufolge sagte Richter Thompson: "Die Beweise zeigen, dass die Morde abscheulich, grausam und unmenschlich waren und dass der zweite Mord kalt, kalkuliert und vorsätzlich begangen wurde."
"In diesem Fall ging es um das Töten um des Tötens willen. Strangulation ist der Inbegriff des Lebens, das jemandem durch die Hände gleitet", sagte der Staatsanwalt Andreas Gardiner. Wilsons Anwälte argumentierten, dass er aufgrund von Drogenabhängigkeit an Hirnschäden litt und von Verlassenheitsängsten geplagt war, nachdem er von seinen biologischen Eltern zur Adoption freigegeben worden war. Nach Angaben der "New York Post" hatten Wilsons Adoptiveltern in einem Brief an das Gericht dafür plädiert, ihn nicht zum Tode zu verurteilen: "Der Mensch ist immer noch da drinnen."
Wade Wilson tötete am 7. Oktober 2019 Kristine Melton (35) und Diane Ruiz (43) innerhalb von wenigen Stunden. Wilson traf Melton in einer Bar und ging mit ihr nach Hause, wo er sie am nächsten Tag in ihrem Haus in Cape Coral erdrosselte. Später traf er auf Ruiz, die auf dem Weg zur Arbeit war. Wilson, der sich in einem gestohlenen Auto von Melton befand, fragte sie nach dem Weg. Sie stieg in sein Auto, wo er sie ebenfalls erwürgte und dann mehrfach überfuhr. Wilson gab die Morde in Gesprächen mit seinem Vater zu, der schließlich die Polizei benachrichtigte.
In Florida dauert es in der Regel etwa 14 Jahre, bis ein Todesurteil vollstreckt wird. Während dieser Zeit leben die Häftlinge in Einzelzellen. Drei Mahlzeiten gibt es am Tag, doch den Großteil ihres Tages verbringen sie eingesperrt in ihrer Zelle. Der Kontakt zu anderen Gefangenen ist stark eingeschränkt: Gemeinschaftsräume bleiben für sie tabu. Wade Wilson zeigte bei der Urteilsverkündung kaum eine Reaktion.