Haustiere
Hündin wurde in praller Sonne vor Supermarkt ausgesetzt
Bei 30 Grad und in der prallen Sonne wartete ein Cocker Spaniel-Mädchen vergeblich auf ihren Besitzer in Wien - die kamen jedoch nie wieder.
Gut, man kann jetzt darüber streiten, welches Szenario wohl herzloser ist: Aussetzen an einem Waldstück mit geringer Wahrscheinlichkeit rechtzeitig gefunden zu werden, oder vor einem Supermarkt im 13. Bezirk Hietzing in Wien in der praller Sonne bei 30 Grad. Dem etwa erst fünfjährigen, reinrassigen Cocker Spaniel bricht beides das Herz.
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Aufmerksame Passantin
Eine aufmerksame Passantin beobachtete bei ihrem Einkauf am Nachmittag, wie der Vierbeiner in der prallen Sonne, bei 30 Grad, vor dem Lebensmittelgeschäft angehängt wurde. Nachdem sie zufällig einige Stunden später wieder an dem Geschäft vorbeikam, sah sie, dass der Arme noch immer genau an derselben Stelle angeleint war. Sofort setzte sie sich mit Tierschutz Austria in Verbindung, um Hilfe für den Vierbeiner zu organisieren.
Der Cocker Spaniel wurde daraufhin ins Tierschutzhaus Vösendorf gebracht, wo er dringend benötigtes Wasser erhielt. Bei der Erstuntersuchung konnte festgestellt werden, dass die liebenswerte Hündin in einer schlechten Verfassung ist, nicht gut gepflegt, fast blind und taub.
„"Immer wieder sind Chipdaten nicht aktuell ..."“
Da der gutmütige Vierbeiner gechipt ist und Kontaktdaten hinterlegt waren wurde versucht die eigentliche "Besitzerin" zu kontaktieren. Da die Nummer nicht mehr aktuell war, konnte jedoch kein Kontakt hergestellt werden. "Immer wieder haben wir das Problem, dass die Chipdaten nicht aktuell gehalten werden und die Fundtiere nicht zugeordnet werden können. Deswegen wissen wir außerdem oft nicht, ob es sich um ein ausgesetztes oder verloren gegangenes Tier handelt", erklärt Tierheimleiter Stephan Scheidl.
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Das Aussetzen von Tieren in Österreich ist strafbar und wird mit einer Verwaltungsstrafe von mehreren tausend Euro geahndet. "Das Aussetzen von Tieren ist außerdem in den meisten Fällen mit enormen Leid und Stress für die Lebewesen verbunden. Aus welchem Grund auch immer man sich dafür entscheidet, dass man das Tier nicht mehr behalten kann, sollte man sich immer an Tierheime und Tierschutzorganisationen wenden, die das Tier aufnehmen können. Damit kann viel Stress und leid verhindert werden. Auch in dem Fall, musste der Hund einige Stunden in der Sonne, bei sommerlichen Höchsttemperaturen, verweilen, wodurch es leicht zu einem Hitzeschlag hätte kommen können. Wir haben Anzeige erstattet und appellieren, sich vorher zwei Mal zu überlegen, ob man sich ein Tier anschafft, bevor man es dann erst recht wieder auf die Straße setzt", ergänzt Scheidl.