Ein kurioser Fall beschäftigt derzeit die Behörden in Niederösterreich: Fabian K. (32) aus dem Bezirk Mödling ist als Key-Account-Manager für eine Firma "viel im Ausland unterwegs". Der Niederösterreicher ließ sich kürzlich um 75,90 Euro einen neuen Pass machen: "Ich habe mein Passfoto sauber abgeben, jetzt habe ich im Gesicht plötzlich rote Striche."
Die erste Auskunft beim Bürger-Service der BH: Es sei "Pech", dass die Striche im Gesicht auf den Fotos im Reisepass sichtbar sind. Schließlich ging die Bezirkshauptmannschaft Mödling dem Fall näher nach und hob eine Expertise bei der Österreichischen Staatsdruckerei GmbH ein.
Hier heißt es: "Bei den roten Streifen im farbigen Lichtbild handelt es sich um zufällig im Papier verteilte Sicherheitsfasern, die Teil der Sicherheitsmerkmale und des Designs des neuen Reisepasses 2023 sind."
Durch die zufällige Verteilung dieser Fasern im Papier "können diese auch im Gesichtsbild aufscheinen. Die Sicherheitsfasern beeinträchtigen weder die Funktionsfähigkeit noch die Gültigkeit des Reisepasses."
Der neue Reisepass werde auf Basis internationaler Normen, EU-Vorgaben, nationaler Rechtslage und vertraglicher Vereinbarungen hergestellt und "entspricht dementsprechend diesen Vorgaben".
Für K. ein schwacher Trost: "Ich reise viel außerhalb der EU, in arabische Länder oder Amerika, da könnte dies bei Kontrollen zu Komplikationen führen." Für ihn sei es äußerst wichtig, "einen fehlerfreien Pass zu erhalten. Und der Fehler lag nicht bei mir. Eine erneute Zahlung für eine Neuausstellung des Reisepasses kann ich nicht hinnehmen."
"Eine kostenlose Neuausstellung ist nicht möglich", heißt es seitens der Bezirkshauptmannschaft. K. ist jetzt im Zwiespalt, ob er überhaupt neuerlich einen Pass beantragen soll: "Mir wurde mitgeteilt, dass es noch schlimmer kommen könnte ..."