Das, durch die tropische Riesenzecke Hyalomma marginatum übertragene CCHF-Virus wird auch Schwarzer Tod genannt, da es zu einer schwärzlichen Verfärbung der Haut kommen kann.
Die tropische Riesenzecke "Hyalomma marginatum" breitet sich in Europa immer weiter aus - und bringt neue Krankheiten mit sich. Jetzt ist in Spanien ein Mann an einem Ebola-ähnlichen Virus gestorben, nachdem er von einem der Spinnentiere in Buenasbodas in der Provinz Toledo gestochen wurde.
Der 74-Jährige suchte am 19. Juli mit Fieber ein Krankenhaus in der Stadt Móstoles auf. Dort wurde am 21. Juli eine Infektion mit dem Krim-Kongo-hämorrhagische Fieber (CCHF) festgestellt. Eine Viruserkrankung, die in laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) in rund 30 Prozent der Fälle tödlich endet. Der Patient wurde noch am selben Tag in das Krankenhaus La Paz-Carlos III in Madrid verlegt und isoliert. Nur eine Woche später starb der Mann an Organversagen, wie ein Sprecher des Krankenhauses gegenüber CNN bestätigte.
CCHF verursacht schwere Ausbrüche von viralem hämorrhagischem Fieber, ähnlich wie Ebola. Zu den ersten Symptomen zählen häufig plötzlich auftretendes Fieber, Schüttelfrost, Erbrechen und Durchfall, gefolgt von Stimmungsschwankungen und Verwirrtheit.
In schweren Fällen können Blutungen auftreten, darunter Nasenbluten, geplatzte Kapillaren in den Augen, ein durch Einblutungen in die Haut verursachter Ausschlag und Anzeichen innerer Blutungen, wie Blut im Urin oder Stuhl. Im schlimmsten Fall endet eine Infektion durch Organversagen tödlich. Als "Schwarzer Tod" wird das Virus - wie alle hämorrhagische Erkrankungen - bezeichnet, weil es zu einer schwärzlichen Verfärbung der Haut führen kann.
Die 10 tödlichsten Viren der Welt
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Platz 2: Ebola ist eine seltene und lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die durch das Ebolavirus verursacht wird. Bislang gibt es keine wirksamen Medikamente dagegen, aber eine Schutzimpfung. Es vergehen im Mittel 8 bis 9 Tage zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch. Symptome sind Hohes Fieber, Hautausschlag, Gliederschmerzen und schwere innere und äußere Blutungen. Im weiteren Verlauf von Ebola versagen häufig verschiedene Organe. Der Tod tritt oft schon nach wenigen Tagen ein.
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Platz 1: Das Marburg-Fieber ist eine sehr ähnliche Erkrankung wie Ebola. Es wurde erstmals bei einem Patienten in Marburg an der Lahn im Jahr 1967 bei einem Reisenden festgestellt – daher der Name. Hauptverbreitungsgebiet ist Angola, Kenia und vermutlich Simbabwe. Es beginnt mit Fieber und Unwohlsein, gefolgt von Magen-Darm-Symptomen, Blutungen, Schock und Multiorganversagen. Der Wirt, aus dem das Virus stammt, ist bis heute nicht genau bekannt. Vermutlich ist der Überträger der Nilflughund, eine Flughundart, die in Europa und Afrika vorkommt. Es gibt bislang weder eine spezifische Behandlung für die Marburg-Virus-Krankheit noch einen Impfstoff.
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Platz 10: Das Dengue-Fieber (Gelbfieber) ist das durch Mücken am stärksten verbreitete Virus und infiziert jährlich zwischen 50 und 100 Millionen Menschen in beliebten Urlaubsgebieten wie Thailand und Indien. Symptome sind Fieber, Ausschlag sowie Kopf-, Muskel-, Glieder-, Knochen- und Gelenkschmerzen. Eine speziell gegen das Virus gerichtete Therapie existiert bislang nicht. Auch gibt es keinen Impfstoff. Die Wahrscheinlichkeit einer Dengue-Infektion im Rahmen eines Tropenurlaubs liegt derzeit bei unter 0,2 Prozent. Bei Reisen in Risikogebiete empfehlen sich Vorsorge-Maßnahmen wie ausreichender Schutz vor Mückenstichen.
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Platz 9: In einem Waldstück an der Südwestküste Indiens fanden Forscher 1955 das KFD-Virus. Das Kyasanur-Wald-Fieber wird durch Zecken übertragen. Ein erkrankter Mensch leidet bei einer Infektion an starken Fieber-, Kopf- und Muskelschmerzen, die Blutungen auslösen können. Man kann nur symptomatisch behandeln. Prophylaxe gibt es keine.
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Platz 8: Das Machupo-Virus wird auch "schwarzer Typhus" genannt. Die Infektion ruft starkes Fieber hervor, das von heftigen Blutungen begleitet wird. Das Virus kann von Mensch zu Mensch übertragen werden, einheimische Nager sind oft Reservoirs.
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Platz 7: Das Krim-Kongo-Fieber-Virus wird durch Zeckenbisse übertragen. Nach einem Zeckenstich beträgt sie im Mittel etwa 2-3 Tage mit einem Maximum von 9 Tagen. Die grippeähnlichen Symptome setzen meist plötzlich ein und sind zu Beginn unspezifisch. Gelegentlich verläuft die Erkrankung auch stumm. Es wird symptomatisch behandelt, Prophylaxe gibt es keine.
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Platz 6: Wer mit dem Junin-Virus infiziert ist, leidet häufig an Bindehautentzündungen. Hautblutungen und sogar eine Blutvergiftung können auftreten. Das Tückische: Die Symptome sind unspezifisch, sodass die Krankheit selten von den Betroffenen erkannt wird. Die Todesrate beträgt zwischen 15 und 30 Prozent.
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Platz 5: Eine Krankenschwester in Nigeria war der erste Mensch, der sich mit dem Lassa-Virus infizierte. Die Übertragung erfolgt sowohl von Tier zu Mensch als auch von Mensch zu Mensch, wobei letzteres seltener vorkommt. Es befällt nahezu alle Körpergewebe einschließlich des Gefäßsystems. Das durch Nager verbreitete Virus tritt gehäuft in einer bestimmten Region in Westafrika auf.
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Platz 4: Mit einer Todesrate von 70 Prozent, ist die Angst vor der Vogelgrippe (H5N1-Virus) nicht ganz unbegründet. Jedoch ist die reelle Gefahr, mit dem H5N1-Virus infiziert zu werden, sehr gering. Denn der Mensch kann sich nur durch sehr engen Kontakt mit Geflügel infizieren. Im Verlauf kommt es zu Problemen mit der Atmung wie Lungenentzündung und allgemeiner Atemnot.
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Platz 3: Das Hanta-Virus beschreibt eine ganze Reihe von Viren, die von Nagetieren verbreitet werden. Anzeichen sind plötzliches Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und manchmal Magen-Darm-Symptomen, die von Husten und Kurzatmigkeit oder von Nierenproblemen gefolgt sein können. Es kann nur symptomatisch behandelt werden. Keine Vorsorge.
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Platz 2: Ebola ist eine seltene und lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die durch das Ebolavirus verursacht wird. Bislang gibt es keine wirksamen Medikamente dagegen, aber eine Schutzimpfung. Es vergehen im Mittel 8 bis 9 Tage zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch. Symptome sind Hohes Fieber, Hautausschlag, Gliederschmerzen und schwere innere und äußere Blutungen. Im weiteren Verlauf von Ebola versagen häufig verschiedene Organe. Der Tod tritt oft schon nach wenigen Tagen ein.
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Platz 1: Das Marburg-Fieber ist eine sehr ähnliche Erkrankung wie Ebola. Es wurde erstmals bei einem Patienten in Marburg an der Lahn im Jahr 1967 bei einem Reisenden festgestellt – daher der Name. Hauptverbreitungsgebiet ist Angola, Kenia und vermutlich Simbabwe. Es beginnt mit Fieber und Unwohlsein, gefolgt von Magen-Darm-Symptomen, Blutungen, Schock und Multiorganversagen. Der Wirt, aus dem das Virus stammt, ist bis heute nicht genau bekannt. Vermutlich ist der Überträger der Nilflughund, eine Flughundart, die in Europa und Afrika vorkommt. Es gibt bislang weder eine spezifische Behandlung für die Marburg-Virus-Krankheit noch einen Impfstoff.
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Platz 10: Das Dengue-Fieber (Gelbfieber) ist das durch Mücken am stärksten verbreitete Virus und infiziert jährlich zwischen 50 und 100 Millionen Menschen in beliebten Urlaubsgebieten wie Thailand und Indien. Symptome sind Fieber, Ausschlag sowie Kopf-, Muskel-, Glieder-, Knochen- und Gelenkschmerzen. Eine speziell gegen das Virus gerichtete Therapie existiert bislang nicht. Auch gibt es keinen Impfstoff. Die Wahrscheinlichkeit einer Dengue-Infektion im Rahmen eines Tropenurlaubs liegt derzeit bei unter 0,2 Prozent. Bei Reisen in Risikogebiete empfehlen sich Vorsorge-Maßnahmen wie ausreichender Schutz vor Mückenstichen.
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Platz 9: In einem Waldstück an der Südwestküste Indiens fanden Forscher 1955 das KFD-Virus. Das Kyasanur-Wald-Fieber wird durch Zecken übertragen. Ein erkrankter Mensch leidet bei einer Infektion an starken Fieber-, Kopf- und Muskelschmerzen, die Blutungen auslösen können. Man kann nur symptomatisch behandeln. Prophylaxe gibt es keine.
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Kein Impfstoff verfügbar
Vorbeugung und Behandlung sind schwierig, es gibt keinen Impfstoff. Lediglich die Symptome können bekämpft werden. Bei schweren Verläufen geht es in erster Linie um die Sicherung der Vitalfunktionen. Nach Angaben der WHO tritt der Tod normalerweise in der zweiten Krankheitswoche ein.
Zeckenstich vermeiden
Um einen Zeckenstich zu vermeiden, wird das Tragen von heller Kleidung, lange Hosen, Oberteilen mit langen Ärmeln und geschlossenen Schuhen empfohlen. Auch Zeckenschutzmittel können helfen.
Die Übertragung erfolgt am häufigsten durch Zecken und den Kontakt mit infiziertem Blut oder Gewebe von Nutztieren, es kann jedoch auch zu einer Übertragung von Mensch zu Mensch kommen.
Endemisch ist das Krim-Kongo-Fieber in Süd-Ost-Europa, im Mittleren Osten, sowie in vielen Ländern Asiens und Afrikas.
Nicht der erste Fall
Den ersten CCHF-Fall - und gleichzeitig Todesfall - in Spanien ist aus dem Jahr 2016 bekannt. Seitdem gibt es jährlich im Zentrum und im Westen des Landes ein bis drei bestätigte Infektionen, die bis zu dem letzten Fall, jedoch nicht tödlich endeten.
In Österreich wurde die Zeckenart, die das Krim-Kongo-Fieber überträgt, erstmals im Oktober 2018 gesichtet. Mittlerweile werden es jedes Jahr mehr: Vor einem Jahr waren es noch zwölf nachgewiesene Exemplare, mittlerweile sind es laut der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bereits 17 Stück.
Klimawandel schuld
Virologe Norbert Nowotny geht jedoch davon aus, dass die Dunkelziffer weit höher ist: "Vermutlich wird es 100-mal so viele geben, aber Panik ist wirklich keine angesagt." Ein Grund ist unter anderem, dass bei den in Österreich gefundenen Tieren bisher noch keine Belastung mit den gefährlichen Viren nachgewiesen werden konnte.
Riesenzecke melden
Sichtungen verdächtiger Zecken können bei der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) gemeldet werden. Dort wird nicht nur die Ausbreitung der neuen Zeckenarten überwacht, sondern auch analysiert, welche Krankheitserreger enthalten sind. Fotos der Blutsauger können an zecken@ages.at geschickt werden.
Die tropischen Riesenzecken kommt auf Zugvögeln im Larven- oder Nymphen-Stadium jedes Frühjahr in nördliche Gebiete. Herrscht ein geeignetes Klima, wachsen sie zur Zecke heran - und könnten sich durch den Klimawandel bald auch hierzulande heimisch fühlen.