Nach einem Amoklauf an einer Highschool in Georgia Anfang September mit vier Toten gab es, wie so oft, jede Menge Trittbrettfahrer, die sich einen "Spaß" daraus machten, weitere Schulen mit Amoklauf-Drohungen einzudecken und somit zur vorübergehenden Schließung zu zwingen. Alleine in Florida gab es nach dem Amoklauf 54 derartige Drohungen, berichten US-Medien. Jede Einzelne von ihnen muss natürlich ernst genommen werden, bis eine Gefahr ausgeschlossen werden kann.
Der Sheriff von Volusia County in Florida, Mike Chitwood (60), hat dafür kein Verständnis. Er will derartige Fälle nicht weiter stillschweigend behandeln – und geht in die Offensive. Wer an Schulen mit Waffen prahlt oder von "Todeslisten" erzählt, müsse die volle Härte des Gesetzes spüren. Sie sollen festgenommen und öffentlich bloßgestellt werden. Mit diesem Ansatz will er (prä-)pubertären Halbstarken, die ihre Mitschüler in Angst und Schrecken versetzen, das Wasser abgraben.
Der erste, der auf diese Weise vorgeführt wurde, ist ein 11-Jähriger, der an seiner Schule mit seinem Waffenarsenal aus Softguns, Messern und Schwertern sowie einer "Todesliste" geprahlt hatte. Die übliche Rechtfertigung, es sei nur ein "Scherz" gewesen, kennt Chitwood nur zu gut und lässt er nicht mehr durchgehen. Er wurde am Montag festgenommen. Auf seiner Facebook-Seite postet der Sheriff sowohl seinen Namen als auch sein unverpixeltes Gesicht.
An ihn und "Gleichgesinnte" richtet er markige Worte: "An die kleinen Mistkerle da draußen, die das lustig finden: Ha, ha, ha ... Ihr seid nicht so schlau, ihr werdet erwischt!". Und auch die Eltern nimmt er in die Pflicht: "Jedes Mal, wenn wir jemanden festnehmen, wird das Foto ihres Kindes veröffentlicht. Wir werden sie öffentlich bloßstellen!", wie er vor kurzem auf einer Pressekonferenz zu "Fake-Amoklauf-Drohungen" in Florida verkündete. Ebenfalls am Montag wurde in Flagler County, ebenfalls Florida, ein 13-jähriges Mädchen nach einer Todesdrohung an ihrer Schule festgenommen.
In den USA beginnt die Strafmündigkeit in vielen Staaten schon mit sechs Jahren – in Florida gab es bis vor kurzem gar keine Regelung. Nachdem 2019 ein 6-jähriges Mädchen in ihrer Schule festgenommen und bitterlich weinend mit Handschellen abgeführt wurde, gab es einen öffentlichen Aufschrei. 2021 wurde das Mindestalter für eine Festnahme schließlich mit sieben Jahren festgelegt.