"Ich hatte immer Angst vor diesem Moment, habe mich gefürchtet. Das ist die schwerste Aufgabe meiner Karriere", meinte Burgstaller in einer rührenden Instagram-Botschaft, verkündete seinen bevorstehenden Rücktritt am Saisonende.
In der Bundesliga stehen noch zwei Runden auf dem Programm. Danach muss Grün-Weiß wohl ins Europacup-Play-off, das wären zwei weitere Spiele – die letzten vier Auftritte Burgstallers in der Bundesliga, im grün-weißen Dress. Schon am Sonntag wird es gegen Sturm Graz eine offizielle Verabschiedung des Stürmers geben. Es ist das letzte Rapid-Heimspiel in der Meisterrunde der Bundesliga.
"Wenn mir jemand vor 20, 25 Jahren gesagt hätte, dass ich jetzt mit 36 Jahren hier beim SK Rapid sitzen darf, um mein Karriereende bekannt zu geben, hätte ich diese Reise nie für möglich gehalten. Es war ein großes Privileg, für diesen Verein zu spielen", meinte der gebürtige Kärntner weiter, sprach mit emotionaler, brüchiger Stimme, richtete sich danach an die grün-weiße Fangemeinde: "Ihr habt mich in guten, wie in schlechten Zeiten unterstützt. Diese Liebe habe ich immer gespürt, die wollte ich immer zurückgeben. Ich habe es geliebt, für eure Farben aufzulaufen. Ich habe es geliebt, eurer Kapitän zu sein", so der 36-Jährige weiter.
"Ich will einfach nur ausdrücken, dass das sicher der schwerste Moment meiner Karriere ist, ich euch sehr vermissen werde und immer Grün-Weiß im Herzen tragen werde", schloss Burgstaller, verabschiedete sich der Stürmer. Er hoffe, dass er auch vermisst werde.
In seiner langen und erfolgreichen Karriere lief Burgstaller neben Rapid auch für den FC Kärnten, Wiener Neustadt, Cardiff City, Nürnberg, Schalke 04 und St. Pauli auf. Burgstaller trug 210 Mal das Rapid-Trikot, dabei gelangen ihm 70 Tore. Für Österreichs Nationalmannschaft spielte Burgstaller insgesamt 26 Mal. Am vergangenen Sonntag hatte der 36-Jährigeim 346. Wiener Derby (2:1) gegen den Erzrivalen Austria Wien getroffen.
Nach einer schweren Kopfverletzung im Dezember 2024 hing Burgstallers Karriere am seidenen Faden. Durch einen Schlag ins Gesicht vor der Wiener Diskothek "Volksgarten" auf den Boden gestürzt, erlitt der Rapid-Torjäger einen Schädelbasisbruch, kämpfte sich aber auf den Rasen zurück und gab beim Viertelfinal-Duell in der Conference League gegen Djurgarden Anfang April sein Comeback.
Rapid-Präsident Alexander Wrabetz bedauere zwar den Rücktritt des Kult-Kickers, "am wichtigsten ist und bleibt, dass er nach seiner lebensbedrohenden Verletzung wieder vollständig genesen ist. Besonders freut mich natürlich, dass er sein Comeback am vergangenen Sonntag mit dem wichtigen Tor im Wiener Derby fast märchenhaft krönen konnte", betonte Wrabetz. Burgstaller werde "als einer der prägendsten Spieler und Charaktere der jüngeren Rapid-Geschichte in die Vereinsannalen eingehen und immer eine herzlich willkommene Persönlichkeit bei uns in Hütteldorf bleiben."
"Ich weiß, wie schwer Guido Burgstaller diese Entscheidung gefallen ist. Ich bin einerseits traurig, dass er nun tatsächlich seine Fußballschuhe an den Nagel hängen wird, aber andererseits auch sehr stolz, dass Burgi diese Entscheidung zu einem Zeitpunkt treffen kann, an dem die meisten – inklusive meiner Wenigkeit - sich wünschen würden, dass er noch weitermacht", meinte Rapids Geschäftsführer Steffen Hofmann.
Sport-Geschäftsführer Markus Katzer spielte einst noch mit Burgstaller zusammen. "Mir hätte kaum etwas Besseres passieren können, als Burgi ein Jahrzehnt später als Kapitän und Leitfigur in meiner neuen Funktion wieder im grün-weißen Team zu wissen", meinte Katzer. Er hoffe, dass Rapid den nun 36-Jährigen "in naher Zukunft in einer anderen Funktion wieder im Kreise des SK Rapid haben werden."