Vor einem Jahr erkrankte ein Polizist und zweifacher Vater aus Kärnten an Corona. Der Beamte hatte sich vermutlich im Dienst angesteckt, er starb mit 52 Jahren an den Folgen des Virus. Der Bruder des Verstorbenen hatte seinen Verlust damals in den sozialen Medien geteilt. Über den Polizisten schrieb er: "Er war sportlich aktiv und hatte keine Vorerkrankung. Dieses Virus hat die zuvor total gesunde Lunge meines Bruders zerstört, eine andere Lunge stand nicht mehr rechtzeitig zur Verfügung."
Nach seinem Tod musste sich die Dienststelle des Kärntners an die Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) wenden. Es sollte überprüft werden, ob sich der Familienvater während der Arbeit mit Covid infiziert hatte. Dort kam man zum Schluss: Das Ableben des 52-Jährigen war ein Dienstunfall. Es gäbe mit "überwiegender Wahrscheinlichkeit" einen Zusammenhang zwischen Infektion und Dienst, berichtet die "Kleine Zeitung". Denn zum Zeitpunkt seiner Ansteckung waren auch mehrere Kollegen des Kärntners positiv.
Für die Witwe und beide Kinder des Polizisten hat die Entscheidung der Versicherung eine bedeutende Folge: Sie haben dadurch Anspruch auf eine Hinterbliebenrente.
Auch wenn die BVAEB von einer Einzelfall-Entscheidung spricht, hat das Urteil aber auch Konsequenzen für Polizisten in ganz Österreich. Wer sich im Dienst mit Corona angesteckt hat, kann das nun etwa bei der Anrechnung der Erkrankung auf die Pension geltend machen. Ebenso hat die Entscheidung aus Kärnten Einfluss auf die Beurteilung von Long-Covid-Folgen bei Polizisten. Bislang sind in Österreich mindestens vier Polizisten an oder mit Corona gestorben.