In Wien gibt es immer mehr Volksschüler, die kaum oder gar nicht Deutsch sprechen. Doch nicht nur das, denn die Diskussionen um Sprachprobleme in allen Schulstufen reißen nicht ab. Das Thema wird auch im Wahlkampf eine maßgebliche Rolle spielen. Der unabhängige Thinktank Agenda Austria hat sich der Thematik angenommen und die Unterschiede zwischen den Bundesländern und den Schulstufen analysiert.
An den Wiener Pflichtschulen sprechen laut der Auswertung sieben von zehn Schülern im Alltag kein Deutsch. Überraschend waren hier auch die Zahlen im Burgenland und Kärnten, denn auch hier seien es bereits mehr als 20 Prozent.
Ein besonders hoher Anteil an Schülern, die im Alltag eine andere Sprache sprechen, findet sich vor allem an Polytechnischen Schulen. Nicht jeder, der im Alltag kaum Deutsch spricht, habe auch tatsächlich Probleme in der Schule, aber es bestehe ein auffälliger Zusammenhang, so Agenda Austria.
In Wien befinden sich auch besonders viele außerordentliche Schüler. Also jene, die aufgrund ihrer Sprachprobleme dem Regelunterricht nicht folgen können. Die Bundeshauptstadt liegt hier weit vor allen anderen Regionen.
Zahlen der Statistik Austria zeigen auch, dass bereits 55 Prozent aller Wiener Volksschüler, also jedes zweite Kind, im Alltag und dem familiären Umfeld kein Deutsch spricht. Besonders hoch sind diese Zahlen in Margareten (84 Prozent), Brigittenau (82 Prozent) und Favoriten (75 Prozent). Dies schafft Probleme in der fortlaufenden Schullaufbahn, weil viele Schüler aufgrund der fehlenden Deutschkenntnisse dann auch dem Unterricht nicht mehr folgen können.
Agenda Austria-Ökonomin Carmen Treml erklärt aufgrund der Auswertung, dass Jugendliche enorm davor profitieren könnten, wenn sie auch außerhalb der Schule, in der Familie oder auch beim Lernen mit Freunden, Deutsch sprechen würden.
"Nicht nur könnten sie in der Schule dem Unterricht ohne sprachliche Probleme folgen und so besser mitlernen, auch für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt sind ausreichende Sprachkenntnisse ein wichtiges Sprungbrett", hält die Ökonomin fest.