Österreich hat bei der Eishockey-Weltmeisterschaft 2025 eine große Überraschung gegen Gastgeber Schweden knapp verpasst. Die Mannschaft von Roger Bader unterlag am Samstagabend trotz starker Leistung mit 2:4. Zwei Minuten vor dem Ende zerstörte ein schwedischer Doppelschlag innerhalb von zwölf Sekunden die Hoffnungen auf einen Punktgewinn.
Nach einem torlosen ersten Drittel (0:0) setzte Österreich im Mitteldrittel das erste Ausrufezeichen: Benjamin Baumgartner verwertete einen Abpraller nach einem No-Look-Schuss von Kapitän Thomas Raffl und brachte das ÖEHV-Team mit 1:0 in Führung.
Österreich verteidigte diszipliniert, David Kickert im Tor zeigte eine starke Leistung. Schweden erhöhte im Schlussdrittel den Druck – doch Österreich hielt lange Zeit tapfer dagegen. Atte Tolvanen, gegen seine Heimat Finnland noch im Tor, reiste von der WM ab – seine Frau erwartet in diesen Stunden das gemeinsame Kind.
Im dritten Drittel ließ Marco Kasper, NHL-Profi der Detroit Red Wings und ehemalige Schweden-Legionär, die Österreicher kurzzeitig vom Coup träumen: Nach einer schnellen Umschaltaktion traf er zur 2:1-Führung für Österreich. Kasper war über die gesamte Partie hinweg einer der auffälligsten Akteure auf dem Eis.
Doch zwei Minuten vor Spielende wendete sich das Blatt dramatisch:
Zunächst traf Jonas Brodin, Teamkollege von Marco Rossi bei den Minnesota Wild (Rossi fehlt bei der WM), mit einem wuchtigen Schuss von der blauen Linie zum 2:2-Ausgleich. Nur zwölf Sekunden später legte Mika Zibanejad nach und drehte die Partie komplett zugunsten der Schweden.
Österreich nahm in der Schlussminute den Torhüter vom Eis, um noch den Ausgleich zu erzwingen, fing sich aber stattdessen ein Empty-Net-Tor zum 2:4-Endstand ein.
Trotz der Niederlage bleibt eine starke Vorstellung stehen: Österreich war erneut nahe dran an einem Punktgewinn gegen einen Topfavoriten – und zeigt bei dieser WM, dass der Abstand zu den Großen weiter geschrumpft ist. Die wichtigsten Spiele im Kampf um den Klassenerhalt folgen erst gegen Lettland, Slowenien und Frankreich.
Am Sonntag erhält Österreich eine dringend benötigte Verschnaufpause. Am Montag wartet die Slowakei auf Österreich.
Noch fünf Gruppenspiele stehen auf dem Plan. Nach den couragierten Auftritten gegen Finnland und Schweden lebt die Hoffnung auf den Klassenerhalt.