Neun Rennen gab es im Riesentorlauf in dieser Saison – alle neun hat Odermatt, der die kleine Kristallkugel bereits gewonnen hat und auch schon als Gesamtweltcupsieger feststeht, für sich entschieden, der Schweizer setzte sich 34 Hundertstel vor seinem Landsmann Loic Meillard und 58 Hundertstel vor dem Norweger Timon Haugan durch. Es ist der bereits 13. Saisonsieg.
Dabei sah es nach dem ersten Durchgang alles andere als nach dem Sieg des 26-Jährigen aus. Odermatt lag bloß auf dem dritten Rang, zeigte in der Entscheidung Nerven und patzte im eisigen Steilhang, schummelte sich akrobatisch in den Lauf zurück. Erst in den letzten Toren drehte Odermatt wieder auf und raste doch noch zum Sieg. Auch, weil Meillard, der nach Lauf eins auf dem zweiten Rang lag, und der Halbzeit-Führende Aleksander Steen Olsen, der auf Rang 17 zurückrutschte (+2,52), patzten.
"Ich wusste nach dem ersten Lauf, dass ich angreifen muss. Ich habe mir gesagt: Es gibt nur eines, das ist All In. Ich hab oben fast alles weggeworfen, aber unten den Ski wieder laufen gelassen", lachte Odermatt im Ziel. "Ich habe mir heute gedacht, es wäre schön, wenn diese Serien reißen, dann kann ich wieder ganz normal in jedes Rennen gehen. Trotzdem ist es schön, wenn es so weitergeht", so der Schweizer.
Bester Österreicher wurde Stefan Brennsteiner auf Rang elf (+1,91), machte in der Entscheidung noch fünf Ränge gut. Dominik Raschner katapultierte sich im zweiten Durchgang auf den 14. Platz vor (+2,14), holte zehn Ränge auf. Punkte gab es noch für Lukas Feurstein auf Rang 21 (+3,10) und Cousin Patrick Feurstein als 23. (+3,98). Raphael Haaser schied im ersten Durchgang aus, Manuel Feller pausierte, um Kräfte für den Slalom am Sonntag zu schonen.
"Den letzten Lauf kann ich mitnehmen, da habe ich mich wieder wohl gefühlt", zeigte sich Brennsteiner zufrieden.
Die Entscheidung hatte nach vier Läufern aufgrund starker Windböen kurzfristig unterbrochen werden müssen. Bei den besten Skifahrern spielte der Wind aber keine Rolle.