Das österreichische Superwahljahr erreicht am Sonntag seinen Höhepunkt – 6,3 Millionen Menschen entscheiden über eine neue Zusammensetzung des Nationalrats. Der Andrang in den Wahllokalen ist rege, viele Österreicher und auch die meisten Spitzenkandidaten haben bereits ihre Stimme abgegeben – "Heute" berichtet live im Ticker.
Laut APA-Wahltrend dürfte FPÖ-Chef Herbert Kickl (27,1 Prozent) als Sieger durchs Ziel gehen, liefert sich aber ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Bundeskanzler Karl Nehammer (24,7 Prozent). Die SPÖ (20,3 Prozent) liegt abgeschlagen auf dem dritten Platz – Spitzenkandidat Andreas Babler ist dennoch der Meinung, dass er gute Chancen auf einen Wahlsieg habe. Als er sich im Frühjahr 2023 um den Partei-Vorsitz bewarb, versprach er seinen Genossen im Falle seiner Kür: "Ich sehe SPÖ dann bei weit über 35 Prozent."
Ganz so euphorisch reagierten die Österreicher dann offenbar doch nicht. Geht es nach der letzten großen "Heute"-Umfrage, könnten die Freiheitlichen vor allem im Süden des Landes punkten, vor allem in Kärnten und der Steiermark. Auch in den Landesgemeinden könnte es nach 2019 wieder zu einem Erstarken der FPÖ kommen. Viele Blaue blieben damals nach dem Auftauchen des Ibiza-Videos zu Hause – das könnte sich diesmal ändern. Ihre Wählerschaft ist heuer gut mobilisiert.
Die ÖVP setzt ebenfalls auf die Stimmen aus den ländlichen Gebieten, will diese dort vor allem behalten und sich damit den ersten Platz sichern. Entscheidend für die Wahl dürften damit das einwohnerreiche Niederösterreich und das Flächen-Bundesland Oberösterreich werden.
Die SPÖ setzt hingegen auf ihre Kernwähler, die sich vor allem in urbanen Gebieten und der roten Bundeshauptstadt Wien befinden. Spitzenkandidat Babler erhofft sich dadurch einen Wahlsieg – gegen alle Umfragen und Prognosen.
Spannend bleibt auch das Rennen um den vierten Platz. In den Umfragen der letzten Monate wechselten sich Grüne und NEOS immer wieder ab. Für die beiden Parteien geht es auch um einen möglichen Einzug in die Regierung. Immerhin gehe sich laut APA-Wahltrend eine Koalition der ÖVP mit der SPÖ nur mit einem Dritten aus.
Die erste Hochrechnung um 17.00 Uhr wird erste Klarheit schaffen und mögliche Tendenzen aufzeigen – "Heute" berichtet live im Wahlticker.
Ein tatsächliches Ergebnis wird erst in den Abendstunden feststehen. Immerhin könnten die Sitze im Nationalrat komplett neu aufgeteilt werden, falls KPÖ und BIER den Einzug nicht schaffen. Dann würde sich tendenziell auch eine große Koalition bestehend aus ÖVP und SPÖ ausgehen.
Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) wird das Ergebnis, sobald dieses fest steht, verkünden.