Zur Beseitigung der Hochwasserschäden in Österreich stehen nach den Worten von Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) zunächst 300 Millionen Euro zur Verfügung, wie er am Montagnachmittag bei einem Lokalaugenschein mit Niederöstereichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) in Hadersdorf im Kamptal. Die entsprechenden Mittel aus dem Katastrophenfonds könnten gegebenenfalls noch aufgestockt werden, hieß es. Der Kanzler dankte allen Helfern, warnte aber auch vor einer zweiten Welle.
Hier sei "der Druckpunkt besonders groß", so Nehammer über Hadersdorf. Die "zweite Welle" könne "schwer vorhergesagt werden, in welcher Dimension auch immer", hieß es. Es gebe ein "enges Zusammenwirken" aller Einsatzorganisationen, so der Kanzler. "Es ist beeindruckend, wie die Solidarität der Bundesländer untereinander wirkt", so Nehammer, "es kommt Hilfe aus allen Regionen Österreichs". Die Menschen in den Katastrophengebieten seien "viel Leid ausgesetzt", nun gehe es darum, schnell und umfassend zu helfen.
Auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner hatte schlimme Nachrichten: Im Tullnerfeld seien Dämme gebrochen, 800 Personen müssen nun schnell in Sicherheit gebracht werden. Betroffen seien Asparn, Langenschönbichel, Neusiedl, Rust, Pischelsdorf und Kronau. In der Messe Tulln werden nun Notbetten eingerichtet. Und auch im Mostviertel habe sich die Lage verschärft, bis Mitternacht werde mit weiter steigenden Pegeln gerechnet.
Auch laut Hydrografischem Dienst Oberösterreich sollen die Wasserpegel von Salzach, Inn, Traun, Enns und Donau in der Nacht wieder steigen. Lokale Überflutungen seien überall möglich, hieß es. Besonders gefährdet sind Gewässer des unteren Mühlviertels und des Innviertels. Und es berichtet die UWZ, dass die "Große Tulln" bei Siegersdorf derzeit wieder mit großem Tempo ansteigt. Der Höchststand ist hier noch nicht erreicht. Die Prognosen der Hydrologen gehen von einem 30-jährlichen Hochwasser aus.