Die Kriebelmücke, die aussieht wie eine zu klein geratene Fliege, hat das Zeug, zum unbeliebtesten Insekt Österreichs zu werden. Das liegt vor allem an den schmerzhaften und stark juckenden Bissen, die die winzigen Blutsauger nach ihren Attacken hinterlassen.
„Zwei bis drei weitere Generationen könnten heuer noch folgen.“Bernhard SeidelÖkologe
Es ist zum aus der Haut fahren: Bei ihrem Biss unterscheidet sich die Wunde von einem herkömmlichen Mückenstich insofern, als die Kriebelmücke die Haut aufbeißen, um an das begehrte Blut zu gelangen. Das hinterlässt äußerst unangenehme Wunden.
"Die erste Generation der Kriebelmücke in diesem Jahr ist geschlüpft", erklärt Biologe und "Gelsenpapst" Bernard Seidel im Gespräch mit "Heute". Diese Insekten brauchen saubere Fließgewässer und sehr warme Temperature - dann kommt es zu einer "explosionsartigen Vermehrung" der Insekten. Zwei bis drei weitere Generationen der Kriebelmücke könnten heuer noch folgen.
Opfer der heimtückischen Kriebelmücke sind vor allem Freizeitsportler, die in der freien Natur ihren Hobbys nachgehen. "Die Kriebelmücken lieben den Geruch von Schweiß, aber sie mögen beispielsweise auch Parfüm oder Haarwasser", so Seidel.
Der Mensch habe dabei den großen Vorteil, dass bei Mücken-Attacken fliehen könne, bei Weidetieren sehen das anders aus, sagt Seidel. Diese Tiere sind den Angriffen der aggressiven Kriebelmücken oft schutzlos ausgeliefert.
Den globalen Klimawandel macht der Ökologe aus Niederösterreich nicht für die Vermehrung der Kriebelmücke verantwortlich. "Insekten können sich gut anpassen an die Erderwärmung", weiß Seidel. "Die halten große Temperaturveränderungen aus."
Sehr wohl einen Zusammenhang mit dem Klimawandel sieht der österreichische Umweltmediziner Hans-Peter Hutter bei der Kriebelmücke. "Die Verhältnisse verbessern sich für die Kriebelmücke", sagt Hutter gegenüber "Heute". Sie fühlen sich "immer wohler bei uns, haben hier ein gutes Leben", so Hutter.
Verantwortlich für die Schwellungen nach einem Kriebelmücken-Biss ist eine besondere Zusammensetzung des Speichels der Mücken, sie führt zu starken Immunreaktionen und Entzündungen, wenn man an der betroffenen Stelle kratzt.