Neue Zahlen der Österreichischen Energieagentur zeigen, wie stark die Energiepreise zuletzt gestiegen sind. Extrem ist die Entwicklung bei Heizöl und Diesel. Hier müssen Haushalte und Autofahrer im Vergleich zum Vorjahr deutlich tiefer in die Tasche greifen.
Im September 2026 kletterten die Energiepreise gegenüber August um durchschnittlich 3,9 Prozent. Verglichen mit September 2025 beträgt der Anstieg sogar 15,1 Prozent. Damit erreichte der Energiepreisindex einen neuen Höchststand.
Zum Vergleich: Die allgemeine Inflation lag im September bei 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Energie verteuerte sich damit deutlich stärker als die übrigen Waren und Dienstleistungen.
Besonders hart trifft die Preisentwicklung Haushalte, die mit Öl heizen. Heizöl extra leicht in Großabnahme verteuerte sich innerhalb eines einzigen Monats um 10,6 Prozent.
Noch drastischer fällt der Vergleich mit dem Vorjahr aus: Im September 2026 kostete Heizöl um satte 63,1 Prozent mehr als im September 2025 (siehe Tabelle).
So stark sind die Energiepreise gestiegen
Energieträger Veränderung zum Vorjahr
Heizöl +63,1 %
Diesel +42,3 %
Holzpellets +34,5 %
Superbenzin +25,5 %
Gas +11,8 %
Fernwärme +5,1 %
Brennholz +4,0 %
Strom -9,3 %
Energieexperte Lukas Zwieb von der Österreichischen Energieagentur: "An der Zapfsäule wirkt derzeit mehr als nur ein hoher Ölpreis: Kurzfristig verfügbares Rohöl ist teuer, Raffineriekapazitäten und Dieselimporte sind knapp, und gestörte Lieferwege treiben die Frachtkosten nach oben."
Auch die CO2-Bepreisung wirkt sich auf die Treibstoffkosten aus. Sie beträgt derzeit rund 15 Cent pro Liter Benzin und 16,5 Cent pro Liter Diesel. Allerdings blieb der CO2-Preis 2026 gegenüber dem Vorjahr unverändert und ist laut Energieagentur nicht für den jüngsten Preissprung verantwortlich.
Nicht nur Autofahrer und Besitzer von Ölheizungen sind betroffen. Gas verteuerte sich im September gegenüber August um zwei Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Plus 11,8 Prozent.
Bei Fernwärme stiegen die jährlichen Gesamtkosten innerhalb eines Monats um 3,2 Prozent. Gegenüber September 2025 müssen Haushalte um 5,1 Prozent mehr bezahlen.
Eine Ausnahme gibt es beim Strom: Zwar stiegen die Preise im September um 0,7 Prozent, im Jahresvergleich lagen sie aber um 9,3 Prozent niedriger.
Angesichts der steigenden Preise empfiehlt die Österreichische Energieagentur, den eigenen Verbrauch und bestehende Verträge genau zu überprüfen.
Besonders bei Strom und Gas kann sich ein Vergleich der Anbieter lohnen. Wer einen Vertrag mit Preisgarantie hat, sollte spätestens vor deren Ablauf prüfen, ob ein günstigeres Angebot verfügbar ist.
Auch beim Heizen lässt sich der Verbrauch reduzieren. Heizkörper sollten nicht durch Möbel verstellt und regelmäßig entlüftet werden. Außerdem hilft es, Räume nur so stark zu heizen, wie es tatsächlich notwendig ist.
Allerdings warnt Energieexperte Zwieb davor, die möglichen Einsparungen zu überschätzen: "Alle Maßnahmen können den Kostenanstieg jedoch nur dämpfen, nicht vollständig ausgleichen. Mit erhöhten Energiekosten ist zu rechnen."