Influenza

Grippe-Welle "hält immer eine Überraschung bereit"

In Österreich hat - wie in ganz Europa - die Grippe-Welle begonnen. Virologin Monika Redlberger-Fritz weiß, welche Viren am stärksten zirkulieren.

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Grippe-Welle "hält immer eine Überraschung bereit"
Monika Redlbeger-Fritz, Virologin an der MedUni Wien, analysiert laufend die Virus-Lage in Österreich.
Helmut Graf, iStock

Die für den Winter typischen Atemwegerkrankungen haben Österreich fest im Griff. Die Zahl der aufgrund eines grippalen Infektes, Covid oder echten Grippe krankgeschrieben Personen steigt stetig – und lag zuletzt bei 213.487 Erkrankten. Ordentlich mitgemischt hat hier seit dem Jahreswechsel auch das Influenza-Virus und signalisierte damit den Beginn der Grippewelle in Österreich, sorgte allerdings auch gleich für eine Überraschung: "Im Sentinelsystem machte bisher Covid die meisten nachgewiesenen Viren aus. Mittlerweile steht jedoch das Influenza-Virus an erster Stelle, gefolgt von dem Coronavirus und RSV", erklärt Monika Redlberger-Fritz, Virologin an der MedUni Wien.

Das zeigt sich auch die Influenza-Grafik der MedUni Wien. Eine grün Einfärbung würde bedeuten, dass es keine Influenza Virusaktivität in dem entsprechenden Bundesland gibt. Die Farbe Gelb signalisiert vereinzelte Fälle, Orange wiederholte Fälle von Influenza Virusinfektionen. Rot bedeutet: Grippewelle in Österreich. Die gesamte Österreichkarte ist derzeit tiefrot.

Die Influenza-Grafik der MedUni Wien zeigt: In ganz Österreich steigt die Influenzavirusaktivität.
Die Influenza-Grafik der MedUni Wien zeigt: In ganz Österreich steigt die Influenzavirusaktivität.
Virologie der MedUni Wien

Doch auch sonst "hält das Influenza-Virus immer eine Überraschung bereit", so die Expertin. 

Höhepunkt wird eine Überraschung

Das betreffe nicht nur den Beginn der jährlichen Welle, sondern auch ihren Verlauf und somit Höhepunkt. Beides ließe sich gerade bei der Echten Grippe nur schwer vorhersagen. "Das kann in drei, vier, fünf oder auch erst sechs Wochen sein."

Gemeinsam mit dem Covid und RSV mache Influenza derzeit jedenfalls dreiviertel aller Virusnachweise aus.

Impfung wirkt

Da die Grippewelle damit erst zu rollen begonnen hat, wäre gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Impfung, die Erfolg verspricht: "Derzeit zirkulieren zum großen Teil Influenza A(H1N1)pdm09 Viren. Die zirkulierenden Viren entsprechen den in den Influenzaimpfungen enthaltenen Virusstämmen." Nach der Verabreichung des Vakzins dauert es etwa zehn bis 14 Tage, bis der Körper einen ausreichenden Schutz vor einer Ansteckung aufgebaut hat.

Um Ansteckung und Weiterverbreitung zu vermeiden, ist es allerdings auch wichtig, Maske zu tragen und sich regelmäßig die Hände zu waschen oder zu desinfizieren. 

red
Akt.