Wie die "Kronen Zeitung" berichtet, wurde Tawfik Ben Ahmed Chaovali tot in seiner Zelle gefunden. Ein Sprecher der Justizanstalt Stein hat den Todesfall mittlerweile gegenüber der APA bestätigt.
Nach dem Tod von Tawfik Ben Ahmed Chaovali werde nun "automatisch" eine Obduktion angeordnet, das sei das normale Prozedere nach einem Todesfall in einer Haftanstalt. Nähere Angaben, etwa zum Todeszeitpunkt, wollte der Sprecher nicht machen.
Der Anschlag am 27. Dezember 1985 gilt als einer der folgenschwersten der Zweiten Republik. Bei dem Terrorangriff auf den Schalter der israelischen Fluglinie El Al starben damals drei Passagiere sowie ein Attentäter. 38 Menschen wurden verletzt.
Tawfik Ben Ahmed Chaovali und ein weiterer Terrorist wurden zwei Jahre nach dem Anschlag – im Jahr 1987 – zu lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt. Nach 22 Jahren Haft kam Chaovalis Mittäter schließlich frei. Chaovali selbst wurde hingegen zum "Rekordhäftling".
Im Jahr 1995 war Tawfik Ben Ahmed Chaovali ein Ausbruch aus der Justizanstalt Garsten gelungen, er konnte aber zwei Stunden später erfolgreich verhaftet werden. Er hatte sich im Keller eines Wohnhauses in Steyr aufgehalten.
Nach der Überstellung in die Justizanstalt Graz-Karlau kam es dann im November 1996 erneut zu einem Fluchtversuch. Damals nahm Chaovali auch drei Angestellte des Gefängnisses als Geiseln.
Beamte des Einsatzkommandos Cobra rückten aus und konnten den Geiselnehmer schließlich erfolgreich überwältigen. Wegen der Entführung wurde Tawfik Ben Ahmed Chaovali zu weiteren 19 Jahren Gefängnis verurteilt.
Er saß bis zuletzt im Hochsicherheitstrakt der Justizanstalt Stein (Bezirk Krems). Nun ist Österreichs gefährlichster Häftling laut "Kronen Zeitung" im 64. Lebensjahr leblos in seiner Zelle aufgefunden worden.