"Es ist mir unbegreiflich, wie man wegen einem Stern so ein Aufsehen machen kann", greift sich (nicht nur) Anwältin Astrid Wagner an den Kopf. Wie berichtet, hatte der Ex-Minister und nunmehrige Anwalt Michael Krüger einen herzkranken AMS-Kunden verklagt, weil der seine Kanzlei auf Google schlecht bewertet hatte. "Das war unabsichtlich", hatte der 57-Jährige immer behauptet: "Ich weiß nicht, wie diese Bewertung da überhaupt hingekommen ist."
Nichtsdestotrotz flatterte dem Mindestsicherungs-Empfänger eine kostspielige Klage in seine beschauliche Gemeindewohnung in Wien-Floridsdorf. Obwohl der Wiener die Ein-Sterne-Google-Rezension sofort entfernt hatte, zieht der streitbare Ex-Politiker seine Klage nun durch. Am 2. August um 11 Uhr geht es am Wiener Handelsgericht um 1.980 Euro, die der Ex-Politiker als Kostenersatz vom Arbeitslosen, der von 900 Euro im Monat lebt, haben will.
"Offenbar ist er sehr auf seinen Ruf bedacht", mutmaßt Anwältin Astrid Wagner über den Ex-FP-Mann, der im Jahr 2000 nach nur 25 Tagen im Amt als Justizminister – offiziell aus gesundheitlichen Gründen – zurücktreten musste. Der bekennende Sportwagen-Fan und Jurist soll sich einen schnittigen Jaguar als Dienstwagen gewünscht haben, außerdem hatte er kurz nach Amtsantritt in einem Zeitungsinterview über wilden Sex mit einer früheren "Miss Vienna" ausgepackt. Seither arbeitet der gebürtige Linzer in Wien als Anwalt – und kümmert sich um wichtige Klagen.