Wale und Delphine sind komplexe, überdurchschnittlich intelligente und auch soziale Säugetiere, die den Experten allerdings noch immer Rätsel aufgeben. So ist es vor allem bei den Schwertwalen, wo eine geheimnisvolle Gruppe vor der Küste Südamerikas in gar kein Raster zu passen scheint.
Die Wissenschaft unterscheidet bei den Orcas zehn Ökotypen, die sich in Gewohnheiten, Strategien und auch Beuteschema ganz klar unterscheiden. Eine Schule jedoch schwimmt im Humboldtstrom vor der Küste von Chile und passt zu keiner der zehn Typen, was neuere Videoaufnahmen beweisen.
Orcas gehören zu den sogenannten Zahnwalen und sind auch die größten Delfine. Man nennt ihn auch Schwertwal oder Killerwal, da er Jagd auf andere Walarten macht. Man spricht ihm die Intelligenz eines 15-jährigen Menschen zu, weshalb Tierschützer seit Jahrzehnten weltweit gegen die Gefangenschaft und für den Schutz der sozialen Tiere kämpfen.
Filmmaterial aus Mitte 2023 zeigt beeindruckende Szenen über das Jagdverhalten dieser speziellen Gruppe. Ein erwachsenen Tier tötete einen Schwarzdelfin und teilte die Beute mit der gesamten Familie. Solch ein Verhalten wurde bisher noch nie dokumentiert und auch weitere Aufnahmen der letzten zehn Jahre konnte nun am Alexander-von-Humboldt-Institut für Naturwissenschaften in Chile ausgewertet werden.
Die Erkenntnisse der Forscher lassen noch immer keine exakte Zuordnung zu, da gerade die Orcas zu vielfältig in der Population seien, heißt es von Seiten der Wissenschaft. So gibt es zwar Gemeinsamkeiten mit dem Typ-A-Ökotyp, der ebenfalls Schwarzdelfine jagt, aber beispielsweise optische Unterschiede wie kleinere Augenflecken der Humboldt-Orcas. Genetische Analysen wären hier von Vorteil, denn jede neue Erkenntnis treibt den Schutz dieser faszinierenden Säugetiere und den Schutz ihrer Lebensräume voran.