Gründer des Tees ist Yogi Bhajan, um den ein grosser Personenkult entstanden ist.
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Ayurveda, Yoga, Curry: Viele Lehren, Praktiken oder Gerichte aus Indien haben über die vergangenen Jahrzehnte die Welt erobert. Dazu gehört auch Yogi-Tee, der weltweit in über 50 Varianten erhältlich ist.
Das Versprechen: wichtige Antioxidanzien für den Körper, Entspannung für den Geist. Was viele nicht wissen: So beliebt die Tee-Marke auch ist, so dunkel ist die Geschichte um ihren 2004 verstorbenen Gründer.
Aus dem Norden Indiens in die Welt
Gründer des Entspannungs-Tees war der als Yogi Bhajan bekannte Harbhajan Singh Puri. Er wurde 1929 im Norden Indiens geboren. Er studierte schon früh Yoga und wurde von einem seiner Lehrer zum Meister des heute weltweit praktizierten Kundalini-Yoga erklärt.
Im Alter von 39 verschlug es Yogi Bhajan nach Nordamerika, wo er viele Anhänger fand und Kundalini-Yoga und weißes Tantra unterrichtete
Es begann mit dem "Tee des Yogis"
Im Anschluss an die Yoga-Stunden bekamen die Teilnehmenden eine Tee-Mischung aus Ingwer, Kardamom, Nelken, Zimt und Pfeffer. Ein Rezept von Yogi Bhajan. Die Schüler nannten das Getränk "Tee des Yogis", woraus später auch der Markenname Yogi-Tee entstand.
Auch seine eigene Auslegung der Sikhismus-Religion, Sikh Dharma, brachte er an die Anhängerschaft und rekrutierte Tausende für die neue religiöse Bewegung. Sikh Dharma wurde 1971 in den USA als Religion anerkannt. Um Bhajan entstand ein riesiger Personenkult.
"Weißer Vogel im goldenen Käfig"
In Los Angeles gründete er die 3H-Organisation («healthy», "happy", "holy») zur Verbreitung des Kundalini-Yogas und seiner Lehren. Die Organisation ist heute in über 30 Ländern vertreten. Dazu gehört heute auch die Firma «Golden Temple Foods", welche unter anderem den Yogi-Tee vertreibt.
Für den Vertrieb in Europa ist der deutsche Sitz in Hamburg verantwortlich. So weit, so eine globale Erfolgsgeschichte. Nur: 15 Jahre nach Yogi Bhajans Tod veröffentlichte Pamela Dyson, eine seiner ehemaligen Sekretärinnen, ein Buch («Premka: White Bird in a Golden Cage»).
Darin erzählt sie über eine langjährige Liebesbeziehung mit dem Yogi.
Buch brachte alles in Bewegung
Als Reaktion auf die Veröffentlichung meldeten sich zahlreiche ehemalige Schülerinnen und Schüler und berichteten von traumatisierenden und vor allem nicht einvernehmlichen Erlebnissen mit Yogi Bhajan.
Die Dachorganisation aller auf Yogi Bhajan begründeten Organisationen («Siri Singh Sahib Corporation», SSSC) leitete darauf eine unabhängige Untersuchung ein, deren Ergebnisse durch die "Olive Branch"-Organisation veröffentlicht wurden. Diese ist auf ethisches Fehlverhalten in spirituellen Gemeinschaften spezialisiert.
Missbrauch, Manipulation und Verletzungen
Knapp 300 Personen haben sich im öffentlich einsehbaren Bericht geäußert. 96 davon berichteten über sexuelle Nötigung, Vergewaltigung, Betrug und Kindesmissbrauch.
Laut dem Bericht soll Yogi Bhajan Minderjährigen pornografische Inhalte gezeigt haben und Personen zum Geschlechtsverkehr mit anderen gezwungen haben.
Die Organisation distanziert sich
Die Liste der Vorwürfe ist lang und erschreckend. Die Organisation kam zu der Schlussfolgerung, dass viele der beschriebenen Geschehnisse "mit großer Wahrscheinlichkeit" stattgefunden haben.
Die SSSC veröffentlichte mit dem Bericht einen Brief und wandte sich darin an die Sikh-Dharma-, 3HO- und Kundalini-Yoga-Gemeinschaften. Das im Bericht beschriebene Verhalten stehe nicht im Einklang mit den Werten der Organisation, heißt es. Es sei wichtig, die Geschehnisse aufzugreifen, zu verarbeiten und Betroffenen zu helfen.
Soll man jetzt noch Yogi-Tee verkaufen?
Die Frage, die sich nun stellt: Soll man den Tee überhaupt noch trinken respektive soll er überhaupt noch verkauft werden? Fakt ist: Die Marke wurde nicht nur von einer umstrittenen Person gegründet, sondern wirbt seit Jahren mit deren Weisheiten und Yoga-Lehren auf der Verpackung.
Ob der Tee noch verkauft werden sollte, fragen wir Wirtschaftsethiker Florian Krause von der Universität St. Gallen. Seine Antwort: "Schwierig!"
"Wenn der offensichtlich problematische Personenkult im Marketing des Tees sich nicht ändert, gäbe es aus meiner Sicht schon Gründe, das Gespräch mit dem Hersteller diesbezüglich zu suchen", meint Krause.
Tee-Trinker müssen selbst entscheiden
Ein kategorischer Verkaufsstopp ist laut Krause jedoch schwer argumentativ durchzuhalten, wenn gleichzeitig diverse Produkte weiter im Verkauf bleiben, die nicht nur mit problematischen Personen, sondern auch mit problematischer Lehre verbunden sind.
"Mit solchen inkonsistenten Entscheidungen würde man sich dann zu Recht dem Verdacht einer Doppelmoral aussetzen", so Krause. Aus Perspektive der Betroffenen sei es natürlich schlimm, wenn der Tee sie an ihnen angetanes Leid erinnere.
Das sei aber kaum eine Rechtfertigung, ihn weltweit aus dem Handel zu nehmen. Und soll man den Tee jetzt noch trinken? Die Tee-Trinker unter uns müssen selbst entscheiden, ob sie die Person vom Produkt trennen und über das dunkle Kapitel hinwegsehen können.
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