Anstatt die Toilette aufzusuchen, entleeren manche Badende ihre Blase gleich im Schwimmbecken. Das sollte man allerdings nicht nur aufgrund des Ekelfaktors niemals machen, sondern auch der Gesundheit zuliebe.
Warum das Pinkeln im Pool gefährlich werden kann, haben Wissenschaftler der China Agricultural University in Peking und der Purdue University in Indiana herausgefunden. Die Studie wurde im Fachmagazin "Environmental Science & Technology" veröffentlicht.
Die Experten haben herausgefunden, dass sich bei der Mischung von Chlor und Harnsäure sogenannte "flüchtige Desinfektionsnebenprodukte" wie Trichloramin bilden. Die chemische Verbindung kann nicht nur die Atemwege schädigen, sondern auch zu Reizungen der Augen und der Haut führt.
Auch Chlorcyan, ein Stoff, der in der Vergangenheit als chemischer Kampfstoff eingesetzt wurde, wird dabei gebildet. Obwohl die Mengen dieser unerwünschten Nebenprodukte sehr gering sind, gelangen sie dennoch in den Körper.
Die wissenschaftliche Fachgesellschaft American Chemical Society hat herausgefunden, dass sich 30 bis 80 Milliliter Urin pro Person in jedem Schwimmbecken befinden. Die durch Urin und Chlor entstehenden Desinfektionsnebenprodukte sind laut den Experten übrigens auch für den typischen Schwimmbadgeruch verantwortlich.
Es ist also ratsam, das Baden zu unterbrechen und die Toilette aufzusuchen und sich vor dem Schwimmen gründlich abzuduschen.