Es ist das nächste Kapitel im Zoll-Krieg zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und China: Am Mittwoch gab die chinesische Regierung bekannt, dass künftig Zölle von 104 Prozent auf US-Produkte anfallen sollen. Damit erhöhte Peking die Zölle um weitere 50 Prozent.
Es ist die Reaktion auf die von US-Präsident Trump angekündigten Zölle in der Höhe von 104 Prozent auf chinesische Produkte. Wie das Finanzministerium in Peking mitteilte, sollen die neuen Abgaben ab dem 10. April gelten.
China wolle die Rechte der Volksrepublik entschlossen verteidigen, trotzdem sei die kommunistische Führung in Peking zu Gesprächen bereit. Aus dem Weißbuch zu den Zöllen zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua, dass China keinen Handelskrieg wolle.
Dennoch wolle die chinesische Regierung nicht tatenlos zusehen, "wie die legitimen Rechte und Interessen des chinesischen Volkes verletzt werden". Die Spannungen und Differenzen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften bezeichnete Peking als normal. Man sei bereit, mit den USA über eine Lösung zu debattieren.
Unterdessen konzentriert sich Trump auf die Online-Versandhändler Temu und Shein. Neben den Zöllen auf Warenimporte durch Großhändler erhöht der US-Präsident auch die Aufschläge auf kleine Sendungen aus China massiv.
Die Zölle für kleine Paketsendungen sollen ab dem 2. Mai von 30 auf 90 Prozent steigen, wie aus einem am Dienstag veröffentlichten Dekret hervorgeht. Der Satz gilt für Lieferungen mit einem Warenwert unter 800 Dollar, die lange gänzlich von Zöllen ausgenommen waren.
Die Ausnahmeregelung für kleine Pakete stand schon länger in der Kritik. Davon profitierten vor allem die in China gegründeten Online-Plattformen Shein und Temu. Nach Angaben des US-Zolls ist der Wert zollbefreiter Pakete in den vergangenen Jahren stark gestiegen.
Anfang Februar hatte Trump die Ausnahme für Sendungen aus China bereits ein erstes Mal aufgehoben, was jedoch zu großen logistischen Problemen führte. Der US Postal Service (USPS) teilte zwischenzeitlich mit, die Annahme von Paketen aus China und Hongkong gänzlich zu stoppen. Die US-Regierung ruderte daraufhin zurück.
Mit der massiven Zollerhöhung in der vergangenen Woche setzte Trump ein weiteres Mal die Ausnahmeregelung für Päckchen aus China aus und verhängte einen Zollsatz in Höhe von 30 Prozent des Warenwerts oder pauschal 25 Dollar. Der Pauschalbetrag sollte ursprünglich am 1. Juni auf 50 Dollar steigen.
Im weiter eskalierenden Zollstreit zwischen Peking und Washington kündigte das Weiße Haus nun einen künftigen Zollsatz von 90 Prozent an. Die alternative Pauschale steigt demnach am 2. Mai auf 75 Dollar und am 1. Juni auf 150 Dollar.