Die künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt rasant - nun reagiert eine deutsche Gewerkschaft mit einer ungewöhnlichen Forderung. Der Deutsche Bankangestellten-Verband (DBV) will für seine Mitglieder sogenannte "Entlastungstage" durchsetzen.
Die Gewerkschaft argumentiert dabei zweigleisig: Wenn KI Routinevorgänge automatisiere und die Produktivität steige, müsse ein Teil dieses Gewinns auch bei den Beschäftigten ankommen. Zudem würden Standardfälle immer öfter technisch erledigt, während bei den Bankern die aufwendigen Ausnahmefälle, Beschwerden und Kontrollaufgaben landen.
Wie heise.de unter Berufung auf die Süddeutsche Zeitung berichtet, gibt es jedoch auch Widerspruch aus der Arbeitswissenschaft. Dort wird kritisiert, dass anspruchsvollere Tätigkeiten durchaus auch abwechslungsreicher und lernförderlicher sein können. Ein pauschaler Kompensationsmechanismus für den KI-Einsatz sei das falsche Signal und könnte Deutschland im Wettbewerb ausbremsen.
Auch in der Politik ist die Debatte über KI und Arbeitsplätze in vollem Gange. Digitalminister Karsten Wildberger warnt vor dramatischen Jobverlusten durch den Vormarsch der künstlichen Intelligenz. Er appelliert an Arbeitgeber, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft, sich zusammenzuraufen und die Zukunft neu zu gestalten.
Ob die Bankangestellten ihre KI-Entlastungstage bekommen, wird sich ab dem 8. Oktober zeigen. Dann starten die Tarifverhandlungen für das private Bankengewerbe - und die Position der Arbeitgeber zu dieser ungewöhnlichen Forderung wird sich klären.