Immer wieder gibt es in Ottakring Probleme, der Bezirk ist ein Migrations-Hotspot. Erst vor wenigen Wochen gab es eine wilde Schießerei am Yppenplatz. Dann stach ein Jugendlicher einen 39-Jährigen nach einem Streit nieder – wir berichteten. Bezirksvorsteherin Stefanie Lamp, die sich bei der EURO nicht festlegen wollte, ob sie zu Österreich hält, zeigte sich schockiert, die Anrainer wünschen sich eine Schutzzone.
Die Bezirksvorsteherin ist erst seit 31. Jänner im Amt, zu tun gibt es genug – vor allem bei der Integration. Dazu würde auch das Wahlrecht gehören, meint Lamp und ließ in einer Aussendung aufhorchen. "Vier von sechs der Ottakringern dürfen nicht wählen, weil sie die österreichische Staatsbürgerschaft nicht besitzen. Aus demokratiepolitischer Sicht ist das, gerade für die Jugend, ein Desaster", so Lamp.
Das fast 70 Prozent der Ottakringer nicht bei Wahlen abstimmen dürfen, sorgte für Stirnrunzeln – ein Excel-Fehler? Der Pressedienst der Stadt Wien stellte diskret richtig: Es seien vier von 10 Bewohnern in Ottakring, die nicht wählen dürfen. Das deckt sich mit den Zahlen der Statistik Austria: Von 102.770 Bewohnern sind 61 Prozent wahlberechtigt.
"Insbesondere die finanziellen Hürden am Weg zur Staatsbürgerschaft sind für viele eine Herausforderung. Wir dürfen niemanden vergessen oder zurücklassen und müssen alle in den politischen Prozess miteinbeziehen", erklärt Lamp.
Die politische Teilhabe von allen Menschen, die in Ottakring wohnen, sei eine große Frage der Gegenwart und der Zukunft. Mit der Nationalratswahl im Herbst und der Gemeinderatswahl 2025 stehen wichtige Wahlen vor der Türe. Fast 40 Prozent der Bewohner in Wien-Ottakring wird nicht zur Urne schreiten.
Update: Auch der Bezirk hat inzwischen nachgerechnet. "Uns ist da leider ein Tippfehler passiert", heißt es aus Ottakring. Man bedanke sich für den Hinweis und habe das inzwischen richtiggestellt.