Die Erdbeersaison ist in vollem Gang - und damit auch ein umstrittenes Phänomen in Supermärkten. Manche Kunden greifen zu einem vermeintlich cleveren Trick: Sie legen teurere Bio-Erdbeeren einfach in die günstigere Verpackung um oder füllen ihre Schale mit zusätzlichen Früchten auf.
Was wie ein harmloser Spar-Hack wirkt, hat jedoch ernste rechtliche Konsequenzen. Denn der Kauf kommt erst an der Kasse zustande. Wer bewusst eine günstigere Schale mit teurerer Ware bestückt, täuscht über den tatsächlichen Wert des Produkts.
Das kann als Betrug gewertet werden, wie chip.de unter Berufung auf Watson berichtet. Supermärkte können in solchen Fällen von ihrem Hausrecht Gebrauch machen. Im Raum stehen dann Hausverbot, eine Konfrontation mit der Marktleitung oder sogar eine Anzeige.
Das Unternehmen Kaufland erklärte auf Anfrage: "Wir vertrauen in erster Linie auf die Ehrlichkeit unserer Kundinnen und Kunden, schützen unsere Filialen jedoch gleichzeitig durch branchenübliche Maßnahmen wie sensibilisiertes Kassenpersonal oder Kontrollen auf der Verkaufsfläche."
Immer wieder berichten Kunden in sozialen Netzwerken von ähnlichen Beobachtungen. Ein Aldi-Kunde schilderte auf Threads, dass in einer Filiale Kunden teurere Erdbeeren in günstigere Schalen umgefüllt hätten. Er sprach von "gierigen Menschen, die sich für besonders schlau halten".
Die Folgen treffen nicht nur die Händler: Wenn offene Ware regelmäßig manipuliert wird, reagieren Märkte oft mit verschlossenen Verpackungen oder zusätzlichen Kontrollen. Das bedeutet weniger Auswahl für Kunden und mehr Plastik bei der Verpackung.
Für alle, die über den Erdbeer-Trick nachdenken, gilt also: Die vermeintliche Ersparnis von ein paar Cent kann teuer werden - mit Hausverbot, Anzeige und einem schlechteren Einkaufserlebnis für alle.