Gesundheit

Neue Corona-Varianten da – was du jetzt wissen musst

Wie sind die neuen Varianten "Eris" und "Pirola" zu werten und ist Sars-CoV-2 jetzt eine normale Krankheit geworden? Das sagen die Experten.

Christine Scharfetter
 Corona-Mutationen erreichen Österreich - jetzt sprechen die Experten.
 Corona-Mutationen erreichen Österreich - jetzt sprechen die Experten.
iStock/4X-image; Johann Groder / EXPA / picturedesk.com (Montage)

"Auch wenn wir die Corona-Pandemie weitgehend hinter uns gelassen haben, wird uns das Virus noch weiter beschäftigen", betonte Gesundheitsminister Johannes Rauch Anfang September. Tatsächlich wird auch diesen Herbst wieder mit einem Anstieg der Covid-Infektionen gerechnet. Zwei neue Varianten haben die Gesundheitsbehörden auf dem Radar. Was bedeutet das und wie gefährlich sind "Eris" und "Pirola"? Hier kommen die wichtigsten Antworten für den Corona-Herbst:

Sind die neuen Varianten "Eris" und "Pirola" gefährlich?

Bis jetzt gibt es keine Anzeichen dafür. Die "Eris"-Variante (EG.5.1) breitet sich seit Juli von Asien kommend weltweit aus. Im August wurden in Österreich die ersten Fälle nachgewiesen. Inzwischen soll der von der WHO als "Variante von Interesse" eingestufte Omikron-Abkömmling das Infektionsgeschehen dominieren. Doch auch "Pirola" (BA.2.86) soll hierzulande angekommen sein. Eindeutigen Nachweis gibt es dafür bis jetzt jedoch keinen. Vor allem ihre viele Mutationen im Spike-Protein sorgte zu Beginn unter Experten auf Aufregung. Virologin Dorothee von Laer rechnet im Herbst jedoch mit einer weniger dramatischen Welle als in den vergangenen Jahren.

Soll man sich jetzt wieder impfen lassen?

Das Nationale Impfgremium (NIG) empfiehlt im kommenden Herbst nur mehr eine Impfung – besonders für Risikopersonen und Menschen ab 60 Jahren. Doch auch alle anderen können sich jederzeit impfen lassen oder sich eine Auffrischungsimpfung für den bevorstehenden Winter holen. Liegt der letzte Stich länger als 12 Monate zurück, empfiehlt auch Virologin Monika Redlberger-Fritz, Mitglied des Nationalen Impfgremiums, eine Auffrischung. Die Impfung ist für alle in Österreich lebenden Personen kostenfrei. Sie schützt nicht vor einer Infektion, aber vor einem schweren Verlauf.

Drohen wieder Maßnahmen?

Aufgrund des rasanten Anstiegs von "Pirola"-Fällen im Land, hat Israel die Testpflicht in Spitälern wieder eingeführt. Das ist in Österreich – genauso wie Abstandhalten oder einen Maskenpflicht – derzeit kein Thema. Man setzt auf die Selbstverantwortung. Sowohl Virologe Norbert Nowotny als auch Molekularbiologe Ulrich Elling empfehlen Vorsichtsmaßnahmen für sich selbst, darunter vor allem das Tragen einer Maske in öffentlichen Verkehrsmitteln. Wer ansteckend ist, sollte zu Hause bleiben. "Pflichten sind immer schwierig. Was aber sinnvoll ist, ist die Bevölkerung aufzuklären und zu eigenverantwortlichem Handeln zu bemächtigen. Auch der Gesundheitsminister sagt, er wird bei sich zuspitzender Infektionslage wieder Maske tragen. Weil es eben wirkt!", so Elling.

Wären Maßnahmen überhaupt durchsetzbar?

Eine Rückkehr der Maskenpflicht könne Ludwig nicht ausschließen: "Man wünscht es sich nicht. Aber man wird reagieren müssen, wenn es notwendig sein sollte", so der Stadtchef. Entscheidend ist hier vor allem die Überlastung der Gesundheitsversorgung. So lange diese gewährleistet ist, werde es auch keine Maßnahmen geben.

Ist Covid eine normale Krankheit geworden?

Seit dem 1. Juli 2023 ist eine Corona-Infektion in Österreich keine meldepflichtige Krankheit mehr. Seitdem wird Covid-19 wie alle nicht-anzeigepflichtigen Infektionskrankheiten behandelt und wurde in das Regelsystem überführt. "Corona ist schlicht und ergreifend ein viraler Atemwegsinfekt mehr, der vom Schweregrad her zwischen grippalem Infekt und echter Grippe – oder ähnlich der echten Grippe – einzuordnen ist", sagt Nowotny. Damit würden wir in Zukunft leben müssen.

Soll ich daheim bleiben, wenn ich Symptome habe oder tatsächlich Covid-positiv bin?

Wer krank sei, solle zu Hause bleiben, weil er dann auch nicht leistungsfähig sei, sagt Hans-Peter Hutter, Public-Health-Experte der MedUni Wien. Möglich ist dies aufgrund einer Corona-Infektion mittlerweile jedoch nur noch mit der Krankschreibung eines Arztes. Wer lediglich Halsschmerzen und Schnupfen habe, könne sich überlegen, ob er eine Maske tragen wolle, um Risikopersonen zu schützen oder im Homeoffice bleiben, wenn das möglich sei.